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Polizei räumt Goethe-Universität Protest Frankfurt Panorama ddp9
  Foto: ddp, ddp
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Rücktritt von Uni-Präsident gefordert: Studenten klagen über Gewalt bei Räumung

zuletzt aktualisiert: 03.12.2009 - 09:41

Frankfurt/Main (RPO). Nach der Räumung des von Studenten besetzten Casinos der Goethe-Universität Frankfurt am Mittwochabend hat der Asta den Rücktritt von Uni-Präsident Werner Müller-Esterl gefordert. Die Studenten beklagen, es habe Gewalt sowie sexuelle und rassistischen Übergriffe seitens der Polizei gegeben.

Bei den Studentenprotesten droht wegen der Räumung an der Frankfurter Universität eine weitere Eskalation. Studentenvertreter reagierten empört und forderten den sofortigen Rücktritt von Uni-Präsident Werner Müller-Esterl; dieser warf den Studenten massive Sachbeschädigung vor. Die Vorsitzende der Hochschulrektorenkonferenz (HRK), Margret Wintermantel, forderte den Dialog mit den Studenten. Bundesbildungsministerin Annette Schavan will trotz der Proteste den für den 12. April geplanten Bologna-Gipfel nicht vorziehen.

Das seit Montag besetzte Casino der Goethe-Universität war am Mittwochabend von der Polizei geräumt worden. Die Hochschulleitung erklärte, die rund 300 Besetzer seien gegen 18 Uhr zur freiwilligen Räumung aufgerufen worden; als dies nicht geschehen sei, hätten rund 150 Polizisten das Gebäude geräumt. Laut Polizei wurden 176 Personen aus dem besetzten Raum gebracht. Diese hätten nur vereinzelt Widerstand geleistet. Nach Aufnahme der Personalien habe man die Studenten nach Hause entlassen.

Laut Hochschule müssten diese Studierenden mit Hausverbot und Ermittlungen wegen Hausfriedensbruchs rechnen. Anlass der Räumung sei zunehmender Vandalismus gewesen, erklärte die Universität. Der Schaden belaufe sich mittlerweise auf einen sechsstelligen Betrag. "Es ist höchst bedauerlich, dass die Zerstörungswut dieser Personen die Sachdiskussion massiv untergraben hat", erklärte Vizepräsident Manfred Schubert-Zsilavecz.

Die Universitätsleitung betonte, sie unterstütze Forderungen der Studenten nach besseren Studienbedingungen. Eine Diskussion über Inhalte und Perspektiven der Bildung in Deutschland sei dringender denn je geboten, "bei einem friedlichen Verhalten der Streikenden hätten wir hier auch jetzt keinen Grund gesehen, einzuschreiten", betonte Müller-Esterl.

Auch HRK-Präsidentin Wintermantel plädierte für Gespräche mit den protestierenden Studenten und forderte "gemeinsame Anstrengungen". Benötigt werde mehr Personal, sagte sie im ZDF-Morgenmagazin. Die Studienbedingungen müssten verändert werden, aber dazu benötige man auch die Unterstützung der Politik.

Schavan verteidigt Räumung

Trotz der Proteste lehnte Bundesbildungsministerin Schavan eine Vorverlegung des für den 12. April geplanten Bologna-Gipfels ab. Die CDU-Politikerin wies entsprechende Forderungen der Opposition in einer Aktuellen Stunde des Bundestags zurück. Es gebe einen klaren Zeit- und Fahrplan, in den dieser Termin eingebettet sei, erklärte sie. Zugleich verteidigte sie die Räumung der Frankfurter Universität. Eine Räumung von Unis, an denen Gewalt ausgeübt werde, sei richtig.

Auf dem Bologna-Gipfel will Schavan zusammen mit Hochschulrektoren und Studentenvertretern Vorschläge für eine Verbesserung der umstrittenen Hochschulreform erarbeiten. SPD und Grüne erklärten, der Bologna-Gipfel müsse so schnell wie möglich durchgeführt werden. Die Studierenden dürften nicht allein im Regen stehengelassen werden.

Ingenieur-Firmen setzen zunehmend auf Bachelor-Absolventen

Immer mehr Ingenieur-Unternehmen setzen auf Studienabgänger mit Bachelor-Abschluss. Jede dritte Firma ab 250 Mitarbeitern beschäftigt inzwischen Bachelor-Absolventen, wie eine Studie des Vereins Deutscher Ingenieure (VDI) und des IW Köln ergab. "Der Bachelor ist kein Abschluss zweiter Klasse", erklärte VDI-Direktor Willi Fuchs. Allerdings seien bei der Einführung der neuen Studiengänge handwerkliche Fehler gemacht worden. Für die Studie wurden den Angaben zufolge mehr als 1.700 Unternehmen, die Ingenieure beschäftigen, befragt.

Quelle: DDP/top

 
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