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Studie
Ein Unfalltod betrifft im Schnitt 113 Menschen

Das ist die Unfallstatistik 2015 für NRW
Das ist die Unfallstatistik 2015 für NRW
München. Wenn ein Mensch bei einem Verkehrsunfall stirbt, sind einer Studie zufolge im Schnitt 113 andere Menschen unmittelbar betroffen.

Darunter sind elf Angehörige, vier enge Freunde, 56 Bekannte - und 42 Einsatzkräfte wie Sanitäter, Feuerwehrleute oder Polizisten, wie eine Untersuchung der Verkehrssicherheitskampagne "Runter vom Gas" ergab. "Wir haben sehr viele Menschen, die noch Jahre danach mit einem solchen Unfalltod zu tun haben", sagte die Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesverkehrsministerium, Dorothee Bär (CSU), am Dienstag bei der Vorstellung der Studie in München.

"Nicht angepasste Geschwindigkeit ist die Unfallursache Nummer eins", erläuterte Ute Hammer, Geschäftsführerin des Deutschen Verkehrssicherheitsrats (DVR). Die Ablenkung durch Handys spiele eine immer größere Rolle, oft sei auch zu geringer Abstand ein Unfallgrund. Diese drei Themen greift die neue, von DVR und Ministerium getragene Kampagne auf. Rund 700 Plakate mit den Slogans "Runter vom Gas!", "Abstand halten!" und "Finger weg vom Handy!" sollen in den nächsten Wochen an den Autobahnen aufgestellt werden.

Ein Tempolimit auf deutschen Autobahnen ist laut Bär kein Thema. "Wir haben viele Studien dazu. Das würde nicht zu mehr Sicherheit führen", sagte sie. Rund 33 Prozent des Verkehrs liefen über Autobahnen, während sich dort sechs Prozent der tödlichen Unfälle ereigneten.

Die Durchschnittszahlen der Betroffenen wurden im Auftrag der Verkehrssicherheitskampagne "Runter vom Gas" auf Basis einer repräsentativen Erhebung durch infratest dimap, Kantar Public und das Sozioökonomische Panel (SOEP) sowie mithilfe von Angaben der Deutschen Hochschule der Polizei (DHPOL) und des Deutschen Feuerwehrverbands (DFV) ermittelt. Es ist den Angaben zufolge die erste quantitative Erhebung zu den Auswirkungen eines tödlichen Verkehrsunfalls im persönlichen und beruflichen Umfeld.

(felt/dpa)
 
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