Nach Wohnhausbrand in Ludwigshafen: Stürzt das Haus jetzt ein?
zuletzt aktualisiert: 04.02.2008 - 12:08Ludwigshafen (RPO). Bei einem Wohnhausbrand sind am Sonntag neun Menschen ums Leben gekommen, darunter fünf Kinder. Nach Angaben der Polizei wurden mindestens 28 Menschen verletzt. Die Zahl der Opfer könnte sich noch erhöhen. Wegen der Einsturzgefahr konnten die Rettungskräfte das vierstöckige Haus noch nicht vollständig durchsuchen.
Aus dem Gebäude seien insgesamt acht Leichen geborgen worden, sagte Sprecherin Simone Eisenbarth. Eine Frau starb demnach zudem in der Nacht im Krankenhaus. Derzeit werden noch 24 Menschen in Kliniken behandelt, zwei von ihnen befanden sich in Lebensgefahr. Ob noch weitere Menschen sich noch im Gebäude befinden, kann derzeit nicht ausgeschlossen werden: Wegen der Einsturzgefahr hätten die Rettungskräfte das vierstöckige Haus noch nicht vollständig durchsuchen können, sagte Oberbürgermeisterin Eva Lohse (CDU) am Montag in Ludwigshafen. "Es ist daher nicht definitiv gesichert, dass es bei den derzeit neun Toten bleibt", betonte sie.
In der Nacht zum Montag waren an der Unglücksstelle laut Polizei über 500 Rettungskräfte im Einsatz. "Weitere Opfer können wir leider nicht ausschließen", sagte die Sprecherin. Brandursache und Identität der Toten sind noch unklar. Das Gebäude ist einsturzgefährdet. Das Landeskriminalamt ermittelt.
Das Feuer in dem Mehrfamilienhaus in der Innenstadt brach am Sonntagnachmittag aus. Bei einer ersten Suche wurden zunächst in einer Wohnung im obersten Stock zwei Personen tot geborgen. Eine Stunde nach Ausbruch des Brandes konnte die Feuerwehr noch ein Kind lebend aus einer Wohnung retten. In dem vierstöckigen Gebäude waren 52 Bewohner gemeldet. Das Haus stand bereits in Flammen, als die Feuerwehr eintraf. Die Rauchschwaden waren weit sichtbar.
Unterdessen hat der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck wegen des tragischen Wohnungsbrandes seine Teilnahme an dem Mainzer Rosenmontagszug kurzfristig abgesagt. Ursprünglich wollte Beck den Zug wie in jedem Jahr von einer Ehrentribüne aus verfolgen.
Der Brand ereignete sich am Rande eines Faschingsumzuges. "Wir gehen davon aus, dass auch in dem Haus Fastnacht gefeiert wurde", sagte Sprecherin Eisenbarth. Es habe offenbar viele Gäste gegeben. Bei den Rettungsarbeiten spielten sich laut Polizei dramatische Szenen ab. Das Feuer breitete sich so schnell aus, dass Bewohner Kinder in die Arme der Feuerwehrleute warfen und selbst sprangen. Dabei hätten sich mehrere schwer verletzt, sagte die Sprecherin.
Die neuesten Nachrichten und Berichte aus Politik, Wirtschaft, Panorama, Sport,
Kultur, Gesellschaft, Wissenschaft, Multimedia, Auto,
Reise und Beruf - im Archiv auch gratis recherchierbar. Dazu die besten Bilder,
Live-Ticker, Kolumnen und Hintergrundberichte.







