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Wetter
Wie Hochs und Tiefs zu ihren Namen kommen

Sturmtief "Burglind" fegt über NRW
Düsseldorf. Ob "Futaba", "Alja", "Burglind" oder "Oceana": Jeder hat die Möglichkeit ein Hoch- oder Tiefdruckgebiet zu kaufen und selbst zu benennen. Regeln gibt es dabei aber schon.  Von Sebastian Esch und Hendrik Gaasterland

Seit 1954 vergibt das Institut für Meteorologie der Freien Universität (FU) Berlin die Namen. Ende 2002 gründete sich an der FU Berlin die Aktion "Wetterpate", die seitdem dafür verantwortlich ist. Bis in die 90er Jahre war es so, dass alle Tiefs weiblich benannt wurden, alle Hochs männlich. Inzwischen sind in geraden Jahren alle Tiefdruckgebiete weiblich, alle Hochs männlich - in ungeraden ist es umgekehrt. Sowohl der Deutsche Wetterdienst als auch viele private Anbieter übernehmen diese Benennung. 

Sturmtief "Burglind" trifft mit Orkanböen auf NRW FOTO: Oliver Berg/dpa

Bei der Vergabe gibt es klare Regeln: "Wir nehmen nur standesamtlich anerkannte Namen", sagt Sebastian Wölk, Studentischer Mitarbeiter der Aktion "Wetterpate": "Allerdings nicht nur deutsche, sondern auch ausländische Namen." Trotzdem behält es sich das Institut vor, Namen abzulehnen, auch wenn diese anerkannt sind. "Wir müssen auch unsere Seriosität wahren, die Wetterdienste sollen den Namen ja auch benutzen. Das müssen wir gewährleisten", sagt Wölk. Auch Doppelnamen mit Bindestrichen sind tabu.

Hochs sind teurer als Tiefs

Die Preise variieren zwischen Hoch- und Tiefdruckgebieten. "Da die Hochs in der Regel länger anhalten, gibt es auch weniger im Jahr. Deshalb sind sie etwas teurer als Tiefs", sagt Wölk. Ein Tief kostet 199 Euro, ein Hoch noch einmal 100 Euro mehr. Bei der Benennung der Wetterphasen wird nach dem Alphabet vorgegangen. "Wir haben immer Durchläufe von A bis Z", erklärt Wölk. Deswegen wird das Alphabet bei rund 100 Tiefs im Jahr, fünfmal durchlaufen, während die knapp 50 Hochs nur zwei Durchläufe schaffen.

Schäden durch Sturmtief "Burglind" in ganz Deutschland FOTO: Frank Rumpenhorst/dpa

Eine Warteliste gibt es nicht. "Durch die Erfahrung der vergangenen 50 Jahre wissen wir ungefähr, wie viele Plätze wir verkaufen sollten." Bei unbeliebten Buchstaben muss dann schon einmal eine Notlösung her: "Manchmal verkaufen wir auch einen Buchstaben kurzfristig über Ebay. Das sind dann meist die Exoten wie Q, X, Y und Z", sagt Wölk. Das so gesammelte Geld kommt der Studentischen Wetterbeobachtung am Institut zu Gute. Das aktuelle Sturmtief "Burglind" verdankt seinen Namen einer Berlinerin. Sie habe sich die Wetterpatenschaft für das zweite Tiefdruckgebiet dieses Jahres selbst geschenkt.

 
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