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Chaos im Bahnverkehr nach Sturm
Gestrandete Reisende schlafen in "Hotelzügen"

Sturmtief "Xavier" - Reisende übernachten in Hotelzügen
Sturmtief "Xavier" - Reisende übernachten in Hotelzügen FOTO: dpa, fis hjb
Berlin. Nach dem schweren Unwetter "Xavier" rechnet die Bahn auch am Freitag mit Störungen des Zugverkehrs im Norden und Osten Deutschlands. Gestrandete Reisende kamen über Nacht in "Hotelzügen" unter.

"Es ist noch unklar, wann die Züge wieder normal fahren", sagte ein Sprecher der Bahn in der Nacht. Wegen Schäden, die der Sturm "Xavier" verursacht hatte, waren zahlreiche Strecken am Nachmittag gesperrt worden. "Strecken, auf denen wir am Abend nicht mehr gefahren sind, werden wir auch am Morgen gar nicht oder nur sehr eingeschränkt befahren können", so der Bahnsprecher. Für Reisende im Norden und Nordosten werde es "größtenteils" keine Züge im Fernverkehr geben. Der Sprecher rät Reisenden, sich mithilfe der Bahn-App über Ausfälle und Verspätungen am Freitag zu informieren.

Die Deutsche Bahn stellte am Donnerstagabend etwa 20 leere IC- und ICE-Züge in Bahnhöfen für gestrandete Reisende bereit. Drei sogenannte Übernachtungszüge standen in Kassel-Wilhelmshöhe für Passagiere zur Verfügung. Außerdem warteten "Hotelzüge" auch in Berlin am Hauptbahnhof, an den Stationen Spandau und Südkreuz sowie an den Hauptbahnhöfen in Köln, Dortmund, Bielefeld, Düsseldorf, Leipzig, Hamburg und Hannover.

Die Züge wurden unterschiedlich genutzt. Während in einem ICE in Dortmund nur 30 Menschen übernachteten, sei ein Zug am Berliner Hauptbahnhof sehr gut gefüllt gewesen, sagte der Bahnsprecher. Zusätzlich habe die Bahn zahlreiche Taxi- und Hotelgutscheine ausgegeben. Viele Passagiere schlugen sich privat durch.

Sturmtief Xavier sorgt in Deutschland für Probleme

Kontrollfahrten bei Nacht oft nicht möglich

Die Bahn überprüfe die ganze Nacht über, wo noch Bäume auf den Schienen lägen, hieß es von dem Verkehrsbetreiber. Vereinzelt seien Züge zu Erkundungsfahrten unterwegs, um gegebenenfalls gesperrte Strecken wieder freizugeben. Auf manchen Abschnitten sei die Überprüfung aber ohne Tageslicht nicht oder nur schlecht möglich, erklärte der Sprecher der Bahn.

So wütete Sturmtief "Xavier" über Deutschland FOTO: dpa, bra fpt

Einige Strecken wieder befahrbar

Der Sturm "Xavier" hatte den Zugverkehr in mehreren Regionen fast völlig lahmgelegt. Besonders betroffen waren Hamburg, Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt. Wieder aufgenommen wurde nach Angaben der Bahn inzwischen der Eisenbahnverkehr zwischen Westerland (Sylt) und Itzehoe. Mit Betriebsbeginn am Freitag werden die Strecken Kiel - Flensburg, Kiel - Lübeck und Kiel - Rendsburg wieder befahren.

Mit Einschränkungen und Zugausfällen muss weiterhin auf den Strecken Kiel - Neumünster - Hamburg, Hamburg - Flensburg und Hamburg - Lübeck gerechnet werden. Züge aus Süddeutschland, die in die vom Sturmtief betroffenen Regionen fuhren, waren am Nachmittag an Bahnhöfen wie Kassel, Leipzig und Köln gestoppt worden.

Aktuelle Informationen der Bahn zum Nah- und Fernverkehr finden Sie hier.

(juju/dpa)
 
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