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Sturmtief
"Zeljko" geht die Puste aus

Sturmtief "Zeljko" fegt über Deutschland hinweg
Sturmtief "Zeljko" fegt über Deutschland hinweg FOTO: dpa, bludau fdt
Berlin/Düsseldorf. Nach dem Sturmtief vom Samstag beruhigt sich das Wetter in Deutschland langsam wieder. "Zeljko" hinterlässt weit weniger Schäden als erwartet. Trotzdem hat es den Einsatzkräften bundesweit eine ungemütliche Nacht bereitet.

Sturmtief "Zeljko" hat dem Norden und Westen des Landes arbeitsreiche Stunden beschert. Größere Schäden gab es aber nicht, wie die Polizeireviere am Sonntagmorgen mitteilten. "Der Wind hat zwar heftig gepfiffen, etwas Dramatisches ist jedoch nicht passiert", hieß es aus Bremen. In Niedersachsen brauchen Bahnreisende noch etwas Geduld. Einige Strecken bleiben wegen Sturmschäden auch am Sonntag gesperrt. Heftiger traf das Unwetter die Niederlande und die Slowakei. Dort starben bei Blitz und Sturm zwei Menschen.

In Düsseldorf musste zum ersten Mal überhaupt die größte Kirmes am Rhein wegen eines drohenden Unwetters geschlossen bleiben. Die Veranstalter hatten das Gelände in den Rheinwiesen am Morgen des vorletzten Kirmestages in Abstimmung mit den Behörden gesperrt.

Rheinkirmes wegen Unwetter für Besucher gesperrt FOTO: Anne Orthen

In Dortmund wurde das "Juicy Beats" Festival im Westfalenpark abgesagt. Wegen der Sturmwarnung musste das Programm mit Bands und DJs der Musikstile Hip Hop, Rap, Raggae und Electro ausfallen. Die Organisatoren hatten mit 32.000 Besuchern gerechnet.

In Emmerich am Rhein blieben vier Festzelte geschlossen, in denen ein Hansemarkt stattfinden sollte. Später wurden auch das für den Abend geplante Feuerwerk und das Musikprogramm gestrichen. Am Sonntag solle der Markt aber wie geplant öffnen, sagte eine Sprecherin.

In Köln fiel der "Women's Run" flach. Für das traditionsreiche Libori-Fest in Paderborn wurde der Beginn nach hinten verschoben in der Hoffnung, dass der Sturm sich bald verzieht - doch vergebens. Am frühen Abend wurde die Eröffnung ganz abgesagt. 1.134 Einsätze zählte allein die nordrhein-westälische Polizei am Samstag in der Zeit von 14 bis 22 Uhr. 

Fans flüchten vor Sturm bei "Eier mit Speck" FOTO: Sebastian Fuhrmann

Auch der Verkehr in weiten Teilen Deutschlands war betroffen. In Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen kam es zu Störungen im Bahnverkehr. Wie die Deutsche Bahn am Morgen mitteilte, bleiben einige Strecken wegen Sturmschäden auch am Sonntag gesperrt. Arbeiter reparierten in der Nacht beschädigte Oberleitungen und schafften umgestürzte Bäume von den Gleisen. Betroffen war auch die direkte Verbindung von Hannover nach Berlin. Bei Bedburg Hau musste zeitweilig sogar eine Bundesstraße gesperrt werden. Umgestützte Bäume hatten jedes weitere Fortkommen unmöglich gemacht. Die Feuerwehr brauchte mehr als eine Stunde, um die Strecke wieder befahrbar zu machen.

Die Polizei NRW registrierte insgesamt 39 wetterbedingte Verkehrsunfälle. Der dabei entstandene Schaden wird auf rund 200.000 Euro geschätzt. Insgesamt wurden zwölf Personen verletzt.

In den Niederlanden wurde bei Arnheim nahe der deutschen Grenze ein Autofahrer von einem umstürzenden Baum getötet, wie die Feuerwehr mitteilte. Am Amsterdamer Flughafen Schiphol fielen Dutzende Flüge aus. In der Slowakei wurde eine Gläubige nach dem Gottesdienst von einem Blitz erschlagen. Sieben Menschen wurden verletzt, einer davon lebensgefährlich, sagte ein Sprecher der Rettungskräfte am Samstag nach Angaben der Agentur TASR.

Fotos: Das war das Rheinkirmes-Feuerwerk 2015 FOTO: Hans-Juergen Bauer

Am Sonntag herrscht in Deutschland die Ruhe nach dem Sturm. Es wird ein Mix aus Sonne und Wolken erwartet, wie der Deutsche Wetterdienst mitteilte.

(dpa)
 
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