Kriminalität: NRW im Mittelfeld: Süddeutsche leben am sichersten
zuletzt aktualisiert: 19.08.2007 - 13:40Düsseldorf (RPO). Nirgendwo sonst leben die Menschen so sicher wie in Bayern und Baden-Württemberg. In beiden Bundesländern ist die Bevölkerung am geringsten von Kriminalität und Armut bedroht. In NRW ist die Drogenkriminalität in Ballungsgebieten eine große Herausforderung. Das geht aus einer Studie der Bertelsmann-Stiftung hervor.
Beim Thema Sicherheit belegt Nordrhein-Westfalen im Landesvergleich einen unteren Rang (12. Platz). Unter den Flächenländern lässt es lediglich Schleswig-Holstein hinter sich. Ein wesentlicher Grund für das schlechte Abschneiden NRWs liegt in dem für ein Flächenland größten Anteil von in Großstädten lebenden Menschen. So haben nur die Stadtstaaten mehr Drogentote je 1 Mio. Einwohner zu verzeichnen, heißt es in der Studie.
Vor allem im Ruhrgebiet kommen noch die hohe Arbeitslosigkeit und ein hoher Anteil nicht ausreichend integrierter Menschen mit Migrationshintergrund hinzu. Die Drogenkriminalität wird zudem durch die Nähe zu den Niederlanden begünstigt, aus denen ein nicht unerheblicher Teil der Drogen „importiert“ wird, schreibt die Bertelsmann-Stiftung.
In NRW strengen sich die Menschen besonders stark an, um das Wirtschaftswachstum zu verbessern. Mit 6,67 Punkten nimmt das im Ländervergleich den ersten Platz ein, so die Ergebnisse der Untersuchung. Bei den den Investitionsausgaben je Einwohner (1,21 Punkte) liegt das bevölkerungsreichste Bundesland allerdings auf dem letzten Platz. Auch die Ausgaben für Forschung und Entwicklung je Einwohner sind lediglich unterdurchschnittlich (3,73 Punkte) und befinden sich damit im Mittelfeld. In den Bereichen Beschäftigung und Einkommen konnte Hamburg seine Spitzenposition behaupten.
Nach den Ergebnissen der Studie sind Bundesländer im Süden und Südosten bei der Kriminalitäts- und Armutsbekämpfung deutlich erfolgreicher als die nördlichen. Neben Bayern und Baden-Württemberg liegen Thüringen, Rheinland-Pfalz, Hessen und das Saarland vorn. Als einziges nördliches Land konnte sich Niedersachsen in die Spitzengruppe schieben. Schlusslichter sind Hamburg, Berlin und Bremen.
Der Bereich Sicherheit ist laut Bertelsmann-Stiftung derjenige, in dem die ostdeutschen Bundesländer am ehesten mithalten können. So belegt Thüringen mit 7,87 von 10 möglichen Punkten hinter Rheinland-Pfalz den vierten Platz. Das gute Ergebnis führten die Forscher vor allem auf die innere Sicherheit zurück.
Wegen der Sozialstrukturen ist die Sicherheitslage laut Studie in den Stadtstaaten angespannt. Innerhalb dieser Gruppe gibt es aber deutliche Veränderungen: Während Hamburg und Berlin sicherer geworden sind, verschlechterte sich die Lage in Bremen. Hamburg ist bei der Verbrechens- und Armutsbekämpfung erfolgreicher als die anderen beiden Stadtstaaten.
Die Flächenländer Bayern, Baden-Württemberg und Hessen sowie Rheinland-Pfalz können sich über die niedrigsten Arbeitslosenquoten freuen. In Baden-Württemberg etwa sind prozentual nur halb so viele Menschen arbeitslos wie im Bundesdurchschnitt.
Als Sorgenkind machten die Forscher die Bundeshauptstadt aus. "Berlin verliert immer weiter an Boden, unabhängig von der Wahl des Referenzmaßstabes", schrieben die Experten. Selbst andere ostdeutsche Bundesländer entwickeln sich erfolgreicher. Das Bruttoinlandsprodukt je Einwohner ist in Berlin inzwischen niedriger als in jedem westdeutschen Flächenland, obwohl der Studie zufolge bei dieser Zielgröße die Stadtstaaten in der Regel Vorteile haben.
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