Passau: Täter gesteht Kopfschuss auf Polizisten
zuletzt aktualisiert: 25.09.2009 - 15:52Passau (RPO). Der Mann, den die Polizei nach dem Kopfschuss auf einen Polizisten in Passau festgenommen hat, hat gestanden. Das Motiv für die Attacke des 27-Jährigen ist weiterhin unklar. Offenbar war ein Streit mit seiner Frau der Anlass für den Täter zur Polizei zu gehen.
Der Angreifer sei bei der Auseinandersetzung am frühen Freitagmorgen in der Polizeiinspektion Passau stark alkoholisiert gewesen, teilte die Polizei mit. Der 27-Jährige entriss dort dem Beamten bei einem Gerangel nach einem zunächst verbalen Streit die Dienstwaffe und bedrohte ihn.
Opfer nicht lebensgefährlich verletzt
Der Polizist versuchte, über eine Treppe in den Keller des Gebäudes zu flüchten und wurde dabei von einer Kugel getroffen. Er erlitt einen Kieferdurchschuss. Die Kugel blieb dann unter der Haut im Bauch stecken.
Das Opfer ist bereits wieder bei Bewusstsein und hat nach Angaben eines Polizeisprechers erste Angaben zum Tatablauf gemacht. Der 49 Jahre alte Beamte wurde schwer, aber nicht lebensgefährlich verletzt, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft am Freitag in Passau mit. Gegen den Täter wurde Haftbefehl wegen versuchten Mordes beantragt.
Ehestreit anscheinend Auslöser der Tat
Auslöser der Tat sei offenbar ein Streit über eine Vermisstenanzeige gewesen, erklärte Oberstaatsanwalt Helmut Walch. Der 27-Jährige, der wegen Körperverletzung und anderer Delikte mehrfach vorbestraft ist, kam demnach kurz vor 2.30 Uhr völlig betrunken in die Polizeiinspektion und sagte, seine Frau sei nach einem Streit von zuhause weggelaufen.
Im Verlauf eines Wortwechsels habe der 27-Jährige, ein in Kasachstan geborener deutscher Staatsbürger, dem Beamten plötzlich die Dienstpistole aus dem Holster gerissen. Beide seien in diesem Moment allein im Wachraum gewesen. Der bedrohte Beamte habe offenbar in die Tiefgarage fliehen wollen, sagte der Staatsanwalt. Der Täter habe gestanden, dem Beamten auf der Treppe von hinten durch den Kiefer geschossen zu haben. Die Kugel blieb im Bauch stecken.
Anschließend habe er sich mit seinem Opfer im Hof zwischen Polizeiautos verschanzt und das achtschüssige Magazin leer gefeuert, sagte Walch. Die Polizei habe keinen Schuss abgegeben. Erst als zwei Beamte hinter einem anderen Auto das leere Klicken gehört hätten, hätten sie zugegriffen. Bei dem 27-Jährigen wurden zwei Promille Alkohol festgestellt.
Fünf Kugeln in der Wand
Polizeipräsident Josef Rückl sagte, der als Schweißer tätige Mann sei aus Kasachstan nach Passau gekommen und habe zwei Kinder. Seine Frau habe die Aussage verweigert, sei aber im Gesicht verletzt. Der angeschossene Beamte, ebenfalls Familienvater, sei seit 27 Jahren bei der Polizeiinspektion Passau.
Ob der Täter bei seinen Schüssen im Hof nur auf die Hauswand oder auf andere Polizisten zielte, soll ein Gutachten zu Positionen und Schusswinkel klären. Die Aussage des Mannes sei zäh und widersprüchlich, und der verletzte Beamte sei bislang nicht vernehmungsfähig, sagte Walch. In der Hauswand seien fünf Kugeln sichergestellt worden. Warum der Beamte allein im Wachraum war, obwohl einschließlich Streifenbeamten und Kriminaldauerdienst üblicherweise zwölf Beamte Nachtschicht machten, sei noch zu klären.
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