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Kind in Arnschwang erstochen
Angreifer war verurteilter Straftäter mit elektronischer Fußfessel

Täter von Arnschwang trug Fußfessel
Der 41-jährige Asylbewerber wurde von der Polizei erschossen. FOTO: dpa, awe htf
Arnschwang. In Bayern versuchen die Ermittler zu klären, warum ein fünfjähriger Junge in Arnschwang erstochen worden ist. Der mutmaßliche Täter war ein verurteilter Straftäter und trug eine elektronische Fußfessel. Sein Motiv ist weiterhin unklar.

Der Mann hatten den Jungen am Samstagnachmittag in seine Gewalt gebracht und mit einem Messer wiederholt auf ihn eingestochen, wie die Polizei mitteilte. Der Fünfjährige starb schließlich durch einen Stich in den Hals. Die Einsatzkräfte waren wenige Minuten nach dem Notruf vor Ort, konnten das Kind aber nicht mehr retten. Der Junge erlag noch vor Ort seinen Verletzungen.

Der Täter wurde von einem Polizisten erschossen. Der 41-jährige Afghane wohnte in der Asylbewerberunterkunft in Arnschwang und hatte wegen einer vorangegangenen Verurteilung eine elektronische Fußfessel getragen. Die Mutter des Kindes wurde mit Messerstichen schwer verletzt. Die Hintergründe der Tat waren am Montag noch unklar.

Mutter noch nicht vernehmungsfähig

Die aus Russland stammende 47-jährige Mutter des Kindes erlitt schwere, aber nicht lebensgefährliche Schnittverletzungen. Sie wurde mit einem weiteren, sechsjährigen Kind in ein Krankenhaus gebracht und dort von einem Kriseninterventionsteam betreut.

Die Frau war auch am Montag noch nicht vernehmungsfähig. Daher konnten Polizei und Staatsanwaltschaft zunächst keine Angaben zum möglichen Motiv des Mannes machen. Auch die Frage, in welchem Verhältnis der Angreifer und die Frau standen, blieb zunächst offen.

Wie Staatsanwaltschaft und Polizei am Montag weiter mitteilten, war der Täter wegen schwerer Brandstiftung im Jahr 2009 durch das Münchner Landgericht verurteilt worden. Die Freiheitsstrafe von fünf Jahren und zehn Monaten verbüßte er bis Januar 2015 vollständig. Nach seiner Entlassung lebte er als geduldeter Asylbewerber in der Unterkunft in Arnschwang.

Täter wurde achtmal getroffen

Aufgrund der Verurteilung wegen Brandstiftung stand er nach vollständiger Verbüßung der Strafe unter Führungsaufsicht. Er durfte sich nur im Umfeld der Asylunterkunft aufhalten und trug zur Überwachung dieser Auflage eine elektronische Fußfessel.

Der Mann wurde von einem der herbeigerufenen Polizisten von acht Projektilen getroffen. "Nach den bisher vorliegenden Erkenntnissen geht die Staatsanwaltschaft von einer Nothilfesituation für die Polizeibeamten aus", hieß es in der Erklärung vom Montag.

(wer/dpa/afp)
 
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