Autobahn und Bahnhöfe gesperrt: Tamilische Demonstranten sorgen für Verkehrschaos
zuletzt aktualisiert: 17.05.2009 - 20:56Düsseldorf/Frankfurt (RPO). Der Bürgerkrieg in Sri Lanka neigt sich nach 25 Jahren seinem Ende zu - aber ist der Konflikt damit gelöst? Viele in Deutschland lebende Tamilen protestierten am Wochenende gegen die Ereignisse in ihrer Heimat: Demonstranten besetzten die A52 bei Ratingen. Der Verkehr in den Hauptbahnhöfen in Frankfurt und Düsseldorf kam zeitweise zum Erliegen.
Etwa 200 Tamilen haben am späten Nachmittag die Autobahn A52 zwischen Lintorf und dem Breitscheider Kreuz besetzt und dadurch den Verkehr auch auf der A3 zeitweise zum Erliegen gebracht. Kurz vor dem Autobahnkreuz stellten die Tamilen mehrere Fahrzeuge auf den Standstreifen und setzten sich auf die Fahrbahn.
Die Polizei wurde von der Aktion offenbar überrascht: Als die Tamilen, die zuvor vor dem Düsseldorfer Landtag demonstriert hatten, dort ihre Sachen packten, war man vom Ende der Kundgebung ausgegangen. Die Aktion, so ein Polizeisprecher am Abend, werde für die Beteiligten "strafrechtliche Folgen" haben.
Nach intensiven Gesprächen zwischen Polizei und den Verantwortlichen habe man ein Ende der Aktion vereinbaren können. Gegen 20.15 Uhr sei die Autobahn wieder frei gewesen, hieß es bei der Polizei. Bis dahin hatten sich rund um das Autobahnkreuz Breitscheid etwa 30 Kilometer Stau gebildet. Im Anschluss kehrten die Demonstranten zurück zum Landtag.
Info: Der Konflikt auf Sri Lanka
Kern des Konflikts in Sri Lanka sind Spannungen zwischen der Minderheit der überwiegend hinduistischen Tamilen und den buddhistischen Singhalesen, die die Regierung des Landes stellen. Die vor allem im Norden und Osten der Insel lebenden Tamilen, die einen Anteil von etwa zehn Prozent an der Bevölkerung von rund 20 Millionen Menschen haben, fühlen sich von der Mehrheit der Singhalesen diskriminiert. Beide Volksgruppen wanderten aus Indien nach Sri Lanka ein: Singhalesen aus Nordindien schon im 5. Jahrhundert v. Chr., Tamilen aus Südindien erst etwas später in mehreren Wellen.
Auch in Frankfurt kam es zu erheblichen Behinderungen: Mehrere hundert tamilische Demonstranten legten den Frankfurter Hauptbahnhof für rund zwei Stunden lahm. Nachdem sie die Gleise besetzt hatten, wurde der Bahnhof komplett für den Verkehr gesperrt. Daraufhin konnten bis etwa 17.00 Uhr keine Züge mehr in den Bahnhof fahren oder ihn verlassen. Am späten Nachmittag wurde der wichtige Verkehrsknotenpunkt dann wieder freigegeben. Es kam zu etlichen Verspätungen und Zugausfällen.
Proteste auch am Düsseldorfer Hauptbahnhof
Bereits am Samstagnachmittag war der Bahnverkehr im Düsseldorfer Hauptbahnhof von Demonstranten fast eine Stunde lang massiv behindert worden. Wie die Polizei am Abend mitteilte, blockierten sie zunächst einen ICE, indem sie vor dem Zug auf die Gleise liefen. Anschließend setzten sie sich auf mehreren Gleisen nieder. Aus Sicherheitsgründen sperrte die Bundespolizei alle Gleise des Bahnhofs. Nach mehreren Gesprächen setzten die Demonstranten ihren Protest gegen die Kämpfe in ihrer Heimat Sri Lanka außerhalb des Bahnhofs fort.
Durch die Streckensperrungen gab es zahlreiche Verspätungen und Behinderungen im Bahnverkehr. 48 Züge fielen den Angaben zufolge teilweise und fünf Züge ganz aus. Neun Züge mussten umgeleitet werden.
Die Demonstranten wollten mit der Aktion auf die Situation der tamilischen Minderheit in Sri Lanka aufmerksam machen. Nach einem Vierteljahrhundert und Zehntausenden Toten hat sich der Bürgerkrieg am Wochenende seinem Ende zugeneigt, da die letzten von den Regierungstruppen eingeschlossenen Kämpfer der Befreiungstiger von Tamil Eelam (LTTE) am Sonntag angekündigt hatten, die Waffen niederzulegen.
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