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Kongress "Freude am Glauben"
Tebartz-van Elst soll per Online-Petition ausgeladen werden

Bischof Tebartz-van Elst - eine Chronik der Skandale
Bischof Tebartz-van Elst - eine Chronik der Skandale FOTO: dpa, Fredrik Von Erichsen
Würzburg/Aschaffenburg. Der ehemalige Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst soll im April in Aschaffenburg am Kongress "Freude am Glauben" teilnehmen. Die Ankündigung des Auftritts löste aufgrund seiner fragwürdigen Vergangenheit großen Widerstand aus: Am Freitag soll daher eine Online-Petition gegen die Einladung gestartet werden.

Das kündigte Thomas Röhrs am Donnerstagabend an. Zuvor habe der langjährige Vorsitzende der Kolpingfamilie in Alzenau das "Forum Deutscher Katholiken" als Veranstalter gebeten, die Einladung von Tebartz-van Elst zu überdenken. Dieser soll am 24. April in Aschaffenburg sprechen. Bedenken gegen den Auftritt hatte zuvor auch der zuständige Würzburger Ortsbischof Friedhelm Hofmann angemeldet.

Einladung von Tebartz-van Elst löste bei vielen Unmut aus

Er halte die Einladung von Tebartz-van Elst "wegen der Reaktionen der Gläubigen für sehr unglücklich", sagte sein Sprecher Bernhard Schweßinger am Mittwoch. Hofmann selbst habe gegenüber dem zurückgetretenen Bischof von Limburg angeregt, die Teilnahme zu überdenken, so der Sprecher weiter. Auch den Organisatoren des Kongresses habe er seine Bedenken mitgeteilt. Von dem geplanten Auftritt habe der Würzburger Bischof "erst durch die Presse Kenntnis bekommen".

In Aschaffenburger Katholikenkreisen löst die Einladung von Tebartz-van Eltz laut Medienberichten schon sein Anfang des Jahres Unmut aus. Bischof Hofmann wurde seinem Sprecher zufolge bei der aktuellen Visitation im Landkreis Aschaffenburg mehrfach nach seiner Position dazu gefragt. Das "Forum Deutscher Katholiken" wollte bisher nicht zu dem Fall Stellung nehmen.

Man werde in einigen Tagen noch ein Gespräch führen, erklärte Forums-Sprecher Hubert Gindert am Mittwoch. Tebartz-van Elst soll zum Thema "Auf der Suche nach einer Verkündigung der Verlässlichkeit" sprechen. Er ist eingeladen in seiner neuen Funktion als Delegat im Päpstlichen Rat für die Neuevangelisierung, wo er für Katechese zuständig ist.

Früherer Bischof als Delegat im päpstlichen Rat tätig

Das "Forum Deutscher Katholiken" versteht sich als lockerer Zusammenschluss "papst- und kirchentreuer Katholiken". Zu der dreitägigen Veranstaltung sind weitere deutsche Bischöfe angekündigt, darunter der Kölner Alterzbischof Kardinal Joachim Meisner und der Freiburger Erzbischof Stephan Burger. Hofmann selbst soll den Eröffnungsgottesdienst halten. Der frühere Limburger Bischof ist seit Dezember 2014 an der römischen Kurie als Delegat im Päpstlichen Rat für die Neuevangelisierung tätig.

Im Oktober 2013 hatte Papst Franziskus nach heftiger öffentlicher Kritik an der Amtsführung und an den hohen Baukosten des Limburger Bischofssitzes den Rücktritt von Tebartz-van Elst als Diözesanbischof angenommen. Zuletzt nahm dieser an den Fastenexerzitien des Papstes teil. Auf einem offiziellen Foto ist er hinter Franziskus unter den Zuhörern zu sehen. Zu Beginn der Exerzitien in Ariccia hatte der italienische Priester Ermes Ronchi mehr Transparenz bei kirchlichen Vermögensverhältnissen gefordert.

(KNA/isw)
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