Schwangerschaftsabbrüche: Teenager treiben weniger ab
zuletzt aktualisiert: 04.06.2009 - 08:59Wiesbaden (RPO). Die Zahl der abgebrochenen Schwangerschaften ist gesunken. Im ersten Quartal wurden rund 29.400 Abtreibungen in Deutschland gemeldet, das waren 1200 oder 3,8 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag mitteilte.
Besonders stark ging die Zahl der Abbrüche bei Mädchen unter 18 Jahren zurück. Sie sank nach Angaben der Wiesbadener Behörde um zwölf Prozent oder 177 Abtreibungen. Rund vier Prozent der Schwangerschaftsabbrüche wurden bei unter 18-Jährigen vorgenommen.
Fast drei von vier Frauen (73 Prozent) waren den Angaben zufolge zwischen 18 und 34 Jahre alt. 15 Prozent waren zwischen 35 und 39 Jahre, fast 8 Prozent 40 Jahre oder älter. 41 Prozent der Schwangeren aller Altersgruppen hatten vor dem Eingriff noch kein lebendes Kind zur Welt gebracht.
Fast 98 Prozent der gemeldeten Schwangerschaftsabbrüche wurden nach der Beratungsregelung vorgenommen. Medizinische und kriminologische Indikationen waren in gut zwei Prozent der Fälle die Begründung für den Abbruch. Knapp drei Viertel der Abtreibungen (73 Prozent) wurden mit der Absaugmethode durchgeführt. Bei knapp 14 Prozent wurde das Mittel Mifegyne verwendet.
97 Prozent der Eingriffe erfolgten ambulant in gynäkologischen Praxen (79 Prozent) und im Krankenhaus (18 Prozent). Rund sechs Prozent der Frauen ließen den Eingriff in einem Bundesland vornehmen, in dem sie nicht wohnten.
2008 waren rund 114.500 Schwangerschaftsabbrüche gemeldet worden. Das waren 2400 Abtreibungen oder zwei Prozent weniger als 2007.
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