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Den Messengern zum Trotz
Post lässt das Telegramm wieder aufleben

Telegramm: Post belebt die gute alte Nachrichtenübermittlung
In Zeiten des Smartphones ist das Telegramm in Vergessenheit geraten. FOTO: dpa, toh
Bonn. Telegramme auf Wunsch und persönlich durch einen Postboten zugestellt - so kannte man Nachrichtenübermittlung im 19. Jahrhundert. Die Deutsche Post hat jetzt das Produkt reaktiviert, das in Zeiten des Internets längst in Vergessenheit geraten sein dürfte.

"Totgesagte leben länger", kommentierte ein Postsprecher am Donnerstag die Ankündigung des Unternehmens. Trotz Email, Whatsapp & Co gebe es immer noch Firmen und Privatkunden, die ein Telegramm ganz gezielt nutzen. Wie viele dieser Botschaften heute noch verschickt werden, konnte die Post allerdings nicht sagen.

Für das jetzt angeschobene Retro-Produkt kassieren die Bonner ordentlich Geld: Ein Minitelegramm mit bis zu 160 Zeichen kostet 12,70 Euro. Gegen einen Aufpreis lässt es sich mit Schmuckblättern aufhübschen. Rund um die Uhr können Telegramm online im Internet, telefonisch oder per Fax in Auftrag gegeben werden. Mögliche Anlässe könnten Firmenjubiläen, ein Schulanfang oder Mahnungen sein, weil ein Telegramm aufmerksamkeitsstark sei, hieß es bei der Post.

Die Nachrichtenübermittlung per Telegramm ist eine Art Vorläufer von Faxgerät, SMS und Whatsapp, der seine Ursprünge in der Erfindung der elektrischen Telegrafie im 19. Jahrhundert hat. Da sich der Preis für das Versenden per Fernschreiber oft aus der Anzahl der Silben zusammensetzte, gingen oft verstümmelte Sätze auf eine Reise:
"Ankomme Samstag 20 Uhr Oma".

(dpa)
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