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In Zeiten des Terrors und der Gewalt
11 Fakten, die Mut machen

Terror und Gewalt: Elf Fakten, die Mut machen
Ein einzelnes Statement am Tatort in Ansbach nach dem Selbstmordanschlag. FOTO: dpa, dka htf
Düsseldorf. Anschläge, Amokläufe, Staatskrisen – im Augenblick könnte man das Gefühl bekommen, dass die Welt jetzt völlig durchdreht. Doch es besteht derzeit kein Grund zur Panik, wie diese Statistiken zeigen.  Von Franziska Hein und Susanne Hamann

Drei Viertel der Deutschen glauben, dass es in nächster Zeit einen Terroranschlag in Deutschland geben wird. Das hat das ZDF-Politbarometer am Donnerstag ermittelt – nach dem Anschlag in Würzburg, aber vor dem Selbstmord-Attentat von Ansbach. Die Horrormeldungen häufen sich, die Unsicherheit in der Bevölkerung wächst.

Die Erfahrung der vergangenen Monate zeigt: Die Angst vor Terroranschlägen ist begründet. Tatsächlich ist die Zahl der Terroranschläge in Deutschland aber gesunken. Und europaweit bewegt sich das Risiko, Opfer eines Terrorakts zu werden, im Promille-Bereich. Ob Mord, Vergewaltigung oder Flugzeugabsturz – gemessen an den Fallzahlen der vergangenen Jahre war Deutschland noch nie so sicher wie heute. Ein paar Zahlen, die zwar keines der Opfer relativieren, aber helfen, nicht mutlos zu werden.

  1. Niedrige Zahl von Terroranschlägen: Vor zwanzig Jahren war die Zahl der Terroranschläge in Deutschland dreimal so hoch wie 2015, das zeigt ein Blick in die "Global Terrorism Database" der US-Universität Maryland. Das Jahr 1991 verzeichnet in dieser Statistik die meisten Terrorakte in der Geschichte der Bundesrepublik. Anschläge neonazistischer Terrorgruppen, der Roten Armee Fraktion (RAF) und der kurdischen PKK sind die Ursache für die Ballung in diesem Jahr. Ganz allgemein lässt sich sagen, dass immer noch die 70er und 80er Jahre wegen des konstanten RAF-Terrors die unruhigste Phase der bundesdeutschen Geschichte darstellen. 
  2. Weniger Tote durch Terroranschläge: Auch wenn die Anschläge von Paris, Brüssel, Istanbul und Nizza bei vielen Angst schüren, ist es immer noch unwahrscheinlich, Opfer eines Terroranschlags zu werden. Weniger als 1000 Menschen starben in den vergangenen zehn Jahren in Europa in Folge eines Terroranschlags, weltweit waren es rund 8000. Angesichts der Gesamtbevölkerung in Europa bewegt sich das Risiko, Opfer eines Terroranschlags zu werden, im Promille-Bereich. 
  3. Zahl der Kriegstoten stark gesunken: Syrien, Ukraine, Jemen, Mali, Nigeria – die Nachrichten über Krieg erwecken den Anschein, die Welt versinke in Gewalt. Tatsächlich kommen jedoch immer weniger Menschen durch Kriege zu Tode. Die höchsten Opferzahlen seit Ende des Zweiten Weltkriegs verbuchen der Koreakrieg 1950-53 (ca. 4,5 Millionen Tote) und der Vietnamkrieg 1955-75 (ca. 3,8 Millionen Tote). Im Ersten Golfkrieg in den 1980er Jahren starben rund 500.000 Menschen. Seitdem ist die Zahl der Kriegstoten weltweit stetig gesunken und erreichte ihren Tiefstand 2005. Mit Beginn des Bürgerkriegs in Syrien ist sie wieder leicht gestiegen. 
  4. Steter Frieden in Deutschland: Der "Global Peace Index" bringt jedes Jahr eine Liste der sichersten und unsichersten Länder der Erde heraus. Im aktuellen Report liegt Deutschland (wie in den Jahren zuvor auch) auf Rang 16. Damit hält sich Deutschland seit Jahren konsequent im oberen Feld der Liste aus 163 bewerteten Ländern. Ebenfalls in der Top 20 des aktuellen Rankings liegen Dänemark, Österreich, Portugal, Tschechien, Schweiz, Slowenien, Finnland, Irland, Schweden, Norwegen und Belgien. 
  5. Zahl der Morde auf dem Tiefstand: Die deutsche Krimialstatistik des Jahres 2015 zeigt, dass die Zahl der Mordfälle kontinuierlich abnimmt. Mit 649 Fällen im Jahr 2015 ist die Zahl seit 1987 auf einem Tiefststand. In den letzten 20 Jahren hat sich die Zahl der Fälle sogar fast halbiert. 
  6. Fälle von sexueller Gewalt gehen zurück: Auch die Fälle von Vergewaltigung und sexueller Nötigung befinden sich auf dem niedrigsten Wert der vergangenen 15 Jahre. Im Jahr 2015 gab es laut Kriminalstatistik 8,6 Fälle von Vergewaltigung oder sexueller Nötigung je 100.000 Einwohner in der Bundesrepublik, im Vergleich waren es 2005 noch 9,9 Fälle je 100.000 Einwohner. 
  7. Weniger Opfer bei Flugunfällen: Urlaub gehört zu den schönsten Ereignissen im Jahr, aber viele Reisende haben Angst vor tödlichen Unglücken bei einer Flugreise. Im Jahr 2015 wurden laut Statistik der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung 74 Menschen im Luftverkehr verletzt, vor 20 Jahren waren es 261, vor zehn Jahren 99. Die niedrigste Zahl seit dem Jahr 1975 ist für 2014 ausgewiesen. Damals waren es nur 41 Fälle. 
  8. Weniger Todesfälle im Straßenverkehr: Die Straßen in Deutschland sind heute so sicher wie nie, das zeigt die Statistik der Verkehrstoten in Deutschland. Starben 1991 noch 11.300 Menschen im Straßenverkehr, waren es 2015 nur noch 3459. Der niedrigste Wert maß die Statistik für das Jahr 2013. Damals erlagen 3339 Menschen den Folgen eines Autounfalls.  
  9. Steigende Lebenserwartung: Die Lebenserwartung steigt laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) kontinuierlich an. Am weitesten vorne liegen die Europäer. Deren Lebenserwartung liegt durchschnittlich bei 80 Jahren, in Deutschland bei 80,98 Jahren.1980 erreichten die Europäer ein  durchschnittliches Alter von 74 Jahren. Zum Vergleich: Die Lebenserwartung der Amerikaner liegt bei 72 Jahren, der weltweite Durchschnitt bei 70. 
  10. Immer besserer Lebensstandard: Der Lebensstandard in Deutschland gehört zu den höchsten in ganz Europa. Laut der Glassdoor-Studie 2015 liegt Deutschland auf Platz 3 im europäischen Vergleich. Besser schneiden nur die Schweiz (Platz 1) und Dänemark (Platz 2) ab. Für die Studie wurde die Kaufkraft der Währung eines Landes, das durchschnittliche Einkommen und die Lebenskosten miteinander verglichen. 
  11. Hohe Zufriedenheit: Und noch ein Grund zum Lächeln: Deutschland liegt auf Platz 16 im Ranking der glücklichsten Länder der Welt, das zeigt der "World Hapiness Report 2016". Das ist der beste Stand seit dem ersten Erscheinen der Auswertung im Jahr 2012. Da lag Deutschland in Sachen Glück nur auf Rang 30. Zur Berechnung des Rankings werden die Werte für Lebenszufriedenheit, Lebenserwartung und für den Ökologischen Fußabdruck von 156 Nationen kombiniert. So entsteht am Ende ein Richtwert für die "glücklichen Lebensjahre", die in einem Land zu erwarten sind. Die Werte werden von Experten aus Fachbereichen wie Wirtschaft und Psychologie analysiert.
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