Prozess gegen Sauerland-Gruppe beginnt: Terroristen drohen Deutschland
zuletzt aktualisiert: 22.04.2009 - 07:38Berlin (RPO). Kurz vor dem Beginn des Prozesses gegen die sogenannte Sauerland-Gruppe ist laut einem Zeitungsbericht ein neues Terrorvideo mit Deutschlandbezug im Internet aufgetaucht. Der Prozess gegen die vier mutmaßlichen Terroristen beginnt heute vor dem Oberlandesgericht Düsseldorf. Die Männer sollen Bombenanschläge auf US-Einrichtungen in Deutschland mit einem hochexplosiven Wasserstoffperoxid-Gemisch geplant haben.
In dem aktuelle veröffentlichten Video hetze ein "Komander Mohammad" gegen Deutsche und Juden, berichtete die "Bild"-Zeitung. Dieser nenne die Bundesregierung eine "verbrecherische Regierung", deren "Großvater Hitler" die Juden getötet habe.
Botschaft von Al-Qaida-naher Gruppe
Urheber dieser dritten Videobotschaft mit Deutschlandbezug in diesem Jahr sei erneut die Al-Qaida-nahe "Islamische Bewegung Usbekistan" (IBU), berichtete das Blatt. In dem vor knapp zwei Wochen vom Verfassungsschutz auf einer usbekischen Internetseite entdeckten Video trete ein den Sicherheitsbehörden bekannter Islamist marokkanischer Abstammung aus Bonn in Erscheinung. Er nenne sich "Abu Ibraheem aus Deutschland" und verherrliche die Terroranschläge vom 11. September 2001 in den USA.
Laut Bericht werten die Sicherheitsbehörden das Video als Aufruf an radikale Islamisten vor allem unter den in Deutschland lebenden Türken und an die rund 70 in Deutschland vermuteten Gefährder, sich durch den Düsseldorfer Prozess nicht entmutigen zu lassen. Es sei davon auszugehen, dass weiterhin Vorbereitungen für einen Anschlag in Deutschland liefen.
Deutsche mit Al-Qaida-Verbindungen
Die mutmaßlichen Terroristen der Sauerland-Gruppe gehörten den Ermittlungen zufolge der "Islamischen Dschihad-Union" an, die auch Kontakte zum Terror-Netzwerk Al Qaida unterhält. Die Bundesanwaltschaft wirft den zum Islam konvertierten Deutschen Fritz Gelowicz und Daniel Schneider, dem Deutsch-Türken Attila Selek und dem Türken Adem Yilmaz in unterschiedlicher Beteiligung unter anderem Mitgliedschaft in einer ausländischen und einer inländischen terroristischen Vereinigung, Vorbereitung eines Sprengstoffverbrechens sowie Verabredung zum Mord vor.
Schneider muss sich zudem wegen versuchten Mordes verantworten, weil er bei seiner Festnahme auf einen Polizisten geschossen haben soll. Drei der Angeklagten waren im September 2007 in einer spektakulären Polizeiaktion in einem Ferienhaus im Sauerland festgenommen wurden.
Die Männer wollten den Ermittlungen zufolge mit ihren Anschlägen möglichst viele Opfer treffen und zogen als Ziele Gaststätten, Pubs, Diskotheken und Flughäfen in Betracht. Generalbundesanwältin Monika Harms sprach nach der Festnahme von einer der bisher schwerwiegendsten Terrorplanungen in Deutschland.
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