Wett- und Manipulationsskandal: Theo Zwanziger "beschämt" nach Hoyzer-Prozess
zuletzt aktualisiert: 30.11.2006 - 12:42Frankfurt/Main (RPO). Der Präsident des Deutschen Fußball-Bundes, Theo Zwanziger, hat die Freispruchs-Forderung für den korrupten Ex-Schiedsrichter Robert Hoyzer scharf angegriffen. "Ich fühle mich beschämt und vom Staat im Stich gelassen", sagte er.
Der Oberstaatsanwalt Hartmut Schneider hatte im Revisionsverfahren zum Wett- und Manipulationsskandal um Ex-Schiedsrichter Robert Hoyzer dessen Verfehlungen als "Gaunerei" bezeichnet und damit zahlreiche Juristen empört.
Empört zeigte sich auch Zwanziger: "Mit der Forderung nach einem Freispruch werden Jugendliche in die Orientierungslosigkeit geführt. Ich hätte mich nicht gewundert, wenn die Verhandlung mit einem Antrag auf das Bundesverdienstkreuz für Hoyzer geendet wäre", sagte er am Mittwoch auf einer Pressekonferenz. Er müsse seine "Emotionen beherrschen". Unabhängig von dem Ausgang des Revisionsverfahren werden die Urteile des DFB-Sportgerichts aber weiter Bestand haben.
Beim Revisionsverfahren am 5. Senat des Bundesgerichtshofs in Leipzig hatten zuvor überraschend Oberstaatsanwalt Schneider wie die Verteidiger auf Freispruch für die Angeklagten plädiert. Damit können die Beschuldigten um Drahtzieher Ante Sapina, Hoyzer, Ex-Schiedsrichter Dominik Marks und Ex-Profi Steffen Karl darauf hoffen, dass ihre vom Landgericht Berlin ausgesprochenen Gefängnisstrafen oder Bewährungsstrafen aufgehoben werden.
Das Gericht im Senatschef Clemens Basdorf will seine Entscheidung am 15. Dezember verkünden. Prozessbeobachter halten es jedoch für möglich, dass das Verfahren ans Berliner Landgericht zurückverwiesen und dann mit Hoyzer als Haupttäter neu eröffnet werden könnte. Neben einer Neuauflage des Verfahrens sind auch ein Freispruch für Hoyzer und Co und eine Bestätigung des Urteils möglich. Im letzteren Fall müsste Hoyzer zwei Jahre und fünf Monate hinter Gitter.
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