| 17.03 Uhr
Kritik nimmt an Schärfe zu
Theologen fordern Rücktritt des Papstes
Kritik nimmt an Schärfe zu: Theologen fordern Rücktritt des Papstes
Der Papst sieht sich zunehmend starker Kritik an seinem Kurs ausgesetzt. FOTO: AP, AP
Frankfurt/Main (RPO). Papst Benedikt XVI. gerät nach der Wiederaufnahme der konservativen Piusbruderschaft in die katholische Kirche immer stärker in die Kritik. Nach Hans Küng hat nun ein weiterer deutscher Theologe dem Kirchenoberhaupt den Rücktritt nahegelegt.

Der emeritierte Theologieprofessor Hermann Häring sagte der Münchner Tageszeitung "tz": "Wenn dieser Papst der Kirche etwas Gutes tun will, müsste er zurücktreten. Das wäre keine Schande jeder Bischof muss sein Amt mit 75 Jahren zur Verfügung stellen, jeder Kardinal verliert mit 80 alle seine Rechte. Es ist nicht einzusehen, warum sich ausgerechnet der Papst an diese sehr weise Regel nicht halten sollte."

Es sei ein Skandal, "dass übersehen wurde, dass diese Piusbruderschaft unabhängig von den Äußerungen des Herrn Williamson notorisch antisemitisch ist", wird Häring weiter zitiert. Wenn der Papst das alles wirklich nicht gewusst habe, sei ihm vorzuwerfen, dass er sich nicht dafür interessiert habe.

Papst Benedikt XVI. habe die Glaubwürdigkeit der katholischen Kirche schwer beschädigt, erklärte Winfried Kretschmann, Fraktionsvorsitzender der baden-württembergischen Grünen und Mitglied des Zentralkomitees der Deutschen Katholiken (ZdK), der "Stuttgarter Zeitung" zufolge.

Kretschmann forderte eine Korrektur der päpstlichen Beschlüsse über die Wiederaufnahme von vier traditionalistischen Bischöfen in die katholische Kirche. "Diese Leute sind nicht konservativ. Das sind freiheitsfeindliche Fundamentalisten."

Die Piusbruderschaft kämpfe immer noch gegen die Aufklärung. Sie wolle nicht, dass die Kirche in der Moderne ankomme. "Dass sie Ideen pflegt, die direkt gegen das Evangelium gerichtet sind, zeigt sich in der schamlosen Holocaust-Leugnung", sagte Kretschmann der Zeitung.

Quelle: AP
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung.
Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.


Melden Sie diesen Kommentar