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Bundesinnenminister de Maizière
"Al Bakr wurde schon 2015 von Sicherheitsbehörden überprüft"

Thomas De Maizière: Dschaber Al-Bakr wurde schon 2015 überprüft
Thomas de Maizière erklärt, dass Al-Bakr von den Behörden durchaus schon 2015 überprüft worden ist. FOTO: dpa, mkx kno
Berlin. Der Terrorverdächtige Dschaber al Bakr ist nach Angaben seiner Familie 2015 zwei Mal nach Syrien gereist. Außerdem ist er laut Bundesinnenminister Thomas de Maizière im vergangenen Jahr von den deutschen Sicherheitsbehörden überprüft worden.

Es habe 2015 einen entsprechenden Abgleich gegeben, sagte der CDU-Politiker am Mittwoch in Berlin. "Allerdings ohne Treffer. Es steht ja auch noch gar nicht fest, wann es dort zu einer Radikalisierung gekommen ist." Mit Blick auf Forderungen nach mehr Kompetenzen für die Geheimdienste bei der Überprüfung von Flüchtlingen verwies de Maizière darauf, dass es bereits entsprechende Möglichkeiten gebe, an deren Umsetzung "mit Hochdruck gearbeitet" werde. Zugleich sprach er den Syrern Lob und Anerkennung aus, die Al Bakr festgesetzt hatten.

Reisen nach Syrien

Al Bakr war nach Recherchen des MDR nach seiner Ankunft als Flüchtling in Deutschland zwischenzeitlich wieder in Syrien. Das habe die Familie des 22-Jährigen mitgeteilt, berichtete der Magazin "Exakt" am Mittwoch. Demnach reiste er im Herbst vergangenen Jahres zwei Mal in die Türkei und hielt sich auch einige Zeit in der syrischen Stadt Idlib auf. Mitbewohner Al Bakrs aus dem nordsächsischen Eilenburg hätten ebenfalls von seinem Aufenthalt in Idlib berichtet.

Die Mitbewohner hätten den 22-Jährigen nicht als besonders religiös beschrieben, heißt es in dem Bericht. Nach seiner Rückkehr aus der Türkei soll er sich jedoch verändert haben. Auch weise das Facebook-Profil des Syrers eine Nähe zur Terrormiliz Islamischer Staat auf. So sei er dort mit IS-Kämpfern befreundet und habe im Netz angekündigt, in den Heiligen Krieg ziehen zu wollen, um "Juden und Kreuzfahrer" zu besiegen.

Das Gebiet um Idlib im Nordwesten Syriens ist von Truppen des Assad-Regimes und der islamistischen Fatah-al-Scham-Front umkämpft. Die Miliz, die früher Al-Nusra-Front hieß, hatte sich im Sommer offiziell vom Terrornetzwerk Al Qaida losgesagt. Der IS ist in dem Gebiet nicht aktiv.

Der 22-Jährige soll einen Anschlag auf einen Berliner Flughafen geplant und in einer Wohnung in Chemnitz vorbereitet haben. Landsleute überwältigten ihn in einer Leipziger Wohnung, wo ihn die Polizei festnahm.

(felt/dpa)
 
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