Brände nach Blitzeinschlägen: Tief "Felix" bringt schwere Unwetter
zuletzt aktualisiert: 26.05.2009 - 18:54Frankfurt/Main (RPO). Der Frühsommer verabschiedete sich am Dienstag mit Blitz und Donner: Mit teils heftigen Unwettern bestimmte Tief "Felix" das Wetter. Eine von West nach Ost durchziehende Gewitterfront sorgte in verschiedenen Landesteilen für Schäden. Am schlimmsten traf es den Landkreis Leer in Nordwest-Niedersachsen. Hier fiel die Schule aus, der Wind warf Bäume gegen Autos, die Bahnstrecke Bremen - Leer wurde gesperrt, und es regnete in Strömen.
Nordrhein-Westfalen ist am Dienstag von den angekündigten heftigen Unwettern weitgehend verschont geblieben. Es habe seit Mittag vereinzelte Gewitter gegeben, jedoch ohne starke Niederschläge, sagte Meteorologe Karl-Heinz Nottrodt vom Deutschen Wetterdienst (DWD) in Essen. Wegen des starken Winds seien die Gewitter schnell weitergezogen.
Am Nachmittag erreichte die Front den Osten Deutschlands. Am Flughafen Berlin-Schönefeld blies es mit Windstärke zehn entsprechend rund 90 Stundenkilometern. Ein Gewitter brachte teilweise auch Hagel. Dadurch kam es bei rund sieben Flügen zu Verspätungen, wie Flughafensprecher Ralf Kunkel auf AP-Anfrage mitteilte. Im ebenfalls südöstlich von Berlin gelegenen Königs Wusterhausen musste die Feuerwehr wegen überspülter Straßen und umgestürzter Bäume ausrücken.
Bereits am Vormittag hatte ein Blitz in Cuxhaven in den Dachstuhl eines Hauses eingeschlagen und ihn in Brand gesetzt. In Emsland verursachte ein Blitzeinschlag einen Kurzschluss in einer Mikrowelle. Von dem Qualm erlitt eine Frau eine leichte Rauchgasvergiftung. In Jever entwurzelte das Unwetter eine 150 Jahre alte Kastanie. Der Baum stürzte auf drei Autos und beschädigte sie schwer. In Kappeln an der Ostsee schlug während eines Gewitters der Blitz in ein Einfamilienhaus ein und entzündete den Dachstuhl.
Auch in Baden-Württemberg gab es heftige Unwetter. In Konstanz sorgte unter anderem Hagel für Chaos, die Körner bedeckten die Straßen mit einer bis zu zehn Zentimetern hohen Schicht. Keller und Tiefgaragen wurden überflutet, Bäume stürzten um. Der Zugverkehr nach Konstanz wurde wegen einer beschädigten Oberleitung eingestellt. Für den Bodensee gaben die Behörden eine Sturmwarnung heraus.
Bei der Polizei in Friedrichshafen gingen innerhalb weniger Minuten mehr als 200 Notrufe ein - unter anderem wegen umgestürzter Bäume, vollgelaufener Keller, in Seenot geratener Bootsbesatzungen sowie losgerissener und treibender Boote. Nach ersten Erkenntnissen wurde jedoch nur eine Person auf einem Segelboot leicht verletzt. Das Boot war im Sturm vor Meersburg gegen die Ufermauer in Höhe der Therme geprallt und gesunken. Die zwei Personen an Bord wurden gerettet, wie die Polizei mitteilte.
Kühle Luft kommt
Damit endete die erste frühsommerliche Hitzewelle, die vor allem die Menschen in Süddeutschland stöhnen ließ: Entlang von Rhein, Main, Neckar und Mosel wurden am Montag mit Temperaturen um 33 Grad für Mai rekordverdächtige Temperaturen gemessen, wie der Deutsche Wetterdienst mitteilte. In Müllheim im Breisgau wurde es sogar 34,7 Grad warm, der höchste Mai-Wert seit über 60 Jahren. Auch in Emmendingen, Freiburg, Lahr, Rheinfelden, Karlsruhe und Saarbrücken war es in einem Mai noch nie so heiß. Die Rekord-Maitemperatur von 36,1 Grad aus Jena gemessen im Jahr 1892 wurde aber nicht erreicht. Heiß war es nicht nur im Südwesten, auch in Bayern wurden im Flachland Temperaturen um 30 Grad registriert.
Der Ausblick des DWD ist frischer: Am (morgigen) Mittwoch ist mit Temperaturen zwischen 17 und 22 Grad zu rechnen, an der Nordsee nur mit 15 Grad. Im Westen und Nordwesten soll es etwas regnen.
In der Nacht zum Donnerstag breitet sich der Regen südostwärts bis etwa zur Mitte aus. Im Süden bleibt es bei teils aufgelockerter Bewölkung meist trocken. Die Temperatur sinkt auf Werte zwischen 12 Grad an der Nordsee und teilweise unter 5 Grad an den Alpen
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