Anzeige wegen Tierquälerei: Tierfreunde streiten um Albino-Igel
VON DIETER DORMANN - zuletzt aktualisiert: 13.12.2009 - 15:12Heinsberg (RP). Sind die weißen Stacheltiere in freier Wildbahn gefährdeter als ihre normalen Artgenossen und dürfen deshalb nicht ausgewildert werden? Nein, meint der bundesweit tätige Verein "Pro Igel", und zeigte deshalb den Leiter der Igel-Station in Heinsberg wegen "Tierquälerei" an.
Dass er ein Herz für Igel hat, beweist der ehemalige Verwaltungsangestellte Wilfried Overhoff seit acht Jahren auf seinem kleinen Bauernhof in Heinsberg-Aphoven. Der 65-Jährige nimmt dort im November und Dezember untergewichtige Tiere auf, päppelt ihnen den nötigen Speck an, lässt sie ihren Winterschlaf halten und wildert sie im Frühjahr wieder aus. 78 viel zu magere Stacheltiere sind in diesem Jahr bereits in der Station abgeliefert worden. Etwa 200 waren es im vergangenen Winter. Mit einer vergleichbaren Zahl rechnet Wilfried Overhoff auch für die kommende kalte Jahreszeit. Sorgen, dass er seine "Pflegefälle" nicht durch den Winter bringt, macht sich der 65-Jährige nicht – trotz steigender Energie- und Futterkosten sowie zurückgehender Spenden.