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Liebe zu Hund und Katz
Wer sein Haustier liebt, kauft ihm Adventskalender

Tierlebe: Auch für Tiere gibt's Adventskalender
So sieht er aus: Ein Adventskalender für Hunde. FOTO: Fressnapf
Düsseldorf . Im Tierhandel spielt das Weihnachtsgeschäft eine zunehmend große Rolle. Besonders beliebt: Adventskalender für Hund, Katze und sogar Nager. "Der Stellenwert der Tiere innerhalb der Familie hat sich verändert", heißt es. Von Lena Köhnlein

Adventskalender für ein Tier? Die spinnen doch, die Haustierbesitzer, mögen die einen denken. Ganz normal ist so etwas für andere. Kalender für Haustiere gibt es bei verschiedensten Anbietern, wie Lucky-Pet oder zooplus, zu kaufen – teilweise schon seit Jahren. 

So auch bei Fressnapf. Dort ist der Kalender seit über zehn Jahren im Sortiment und war von Anfang an sehr begehrt, wie das Unternehmen versichert. "Das liegt natürlich auch daran, dass das Produkt limitiert ist", sagt eine Sprecherin.

In ihrer Aufmachung unterscheiden sich die Kalender nicht groß von denen für Menschen. Eine bunt bedruckte, rechteckige Pappschachtel mit 24 Türchen, eins davon ein bisschen größer. 

Auswüchse auf der Haustiermesse FOTO: dpa, Franck Robichon

Beim Inhalt sieht das natürlich ganz anders aus. "Im Kalender für Katzen sind zum Beispiel kleine Leckerlis wie Lachs- oder Joghurt-Drops", sagt die Fressnapf-Sprecherin. Das Unternehmen stellt unter seiner Marke "Multifit" Kalender für Nager, Katzen und Hunde her. 

Der Grund sei ein emotionaler, denn viele Besitzer hätten einfach das Bedürfnis, ihren Lieblingen etwas Gutes zu tun. "Der Stellenwert der Tiere innerhalb der Familie hat sich verändert." Man wolle seinen Tieren auch etwas schenken. "Ähnlich wie Eltern ihren Kindern auch einen Adventskalender schenken." 

Außerdem ist Weihnachten ein lukratives Geschäft, nicht nur für den "menschlichen" Markt. Auch bei Fressnapf mache sich ein gesteigerter Umsatz beim klassischen Weihnachtsgeschäft bemerkbar. 

Entlaufene Tiere in der Region FOTO: Kreispolizeibehörde Mettmann

Vermenschlichung von Tieren

Aber werden die Tiere dadurch nicht zu sehr vermenschlicht, wenn wir sie mit in unser Weihnachtstreiben einbeziehen? Zu einem gewissen Teil ja, sagt Tierpsychologin Jutta Durst. "Die Tiere kennen kein Weihnachten oder Ostern. Es ist ihnen egal, ob sie ihr tägliches Leckerchen aus einem Kalender oder einer Futtertütte bekommen", sagt Durst. 

Doch problematisch findet sie eine Adventskalender für das Haustier nicht. Wichtig sei, dass man die Tiere nicht vollstopfe oder ihnen gar Schokolade gebe. Denn das sei Gift für die Tiere. 

Genau hier fängt der Punkt Vermenschlichung eigentlich an, denn alles, was nicht artgerecht ist, sei Vermenschlichung. "Man sollte sich immer selbst fragen: Tut man dem Hund etwas Gutes oder macht man das nur, weil man es selber toll findet? Letzteres ist meist der Fall", sagt die Tierpsychologin. 

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