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Engagement für Flüchtlinge
Til Schweiger bekommt Post vom Bundesamt für Migration

Fotos: Das ist Til Schweiger
Fotos: Das ist Til Schweiger FOTO: dpa-Zentralbild
Düsseldorf. Til Schweiger will ein Flüchtlingsheim bauen. Manfred Schmidt, Präsident des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge, zeigte sich zunächst skeptisch. Doch dann schrieb er dem Schauspieler - und ruderte zurück. Schweiger veröffentlichte den Brief bei Facebook.

"BÄM! Post vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge! Danke!" Mit diesen Worten leitet Til Schweiger auf seiner Facebook-Seite den Post ein, in dem er am Donnerstag einen Brief veröffentlichte, den er von der Behörde erhalten hat.

Das Schreiben stammt direkt vom Präsident des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge, Manfred Schmidt. Und der entschuldigt sich bei dem Schauspieler dafür, dass er sich in einem Interview zunächst skeptisch zu Schweigers Plänen, ein Flüchtlingsheim zu bauen, geäußert hatte.

BÄM! Post vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge! Danke!!!!! :-)

Posted by Til Schweiger on  Donnerstag, 13. August 2015

In der vergangenen Woche hatte sich Schmidt gegenüber der "Welt" zu Schweigers Engagement geäußert. "Eine Unterkunft hinsetzen und dann läuft es - ganz so einfach ist es dann doch nicht", sagte der BAMF-Chef unter anderem in dem Interview.

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Und weiter: "Wenn jemand behauptet, dass er es besser kann, ist die erste Reaktion einer Verwaltung immer zunächst zurückhaltend." Außerdem verwies Schmidt darauf, dass es in Deutschland bereits Vorzeigeunterkünfte gebe. Schweiger hatte erklärt, sein Flüchtlingsheim werde eine vorbildliche Einrichtung werden.

In dem nun von Schwieger veröffentlichten Brief richtet sich Schmidt direkt an den Schauspieler. Die Schuld dafür, dass seine Worte wie eine Kritik an dem Vorhaben Schweigers gewirkt hatten, sieht er allerdings nicht bei sich, sondern bei der Deutschen Presseagentur dpa. Diese habe ihn falsch zitiert und dadurch sei der Eindruck entstanden, er stünde dem "Vorhaben ablehnend gegenüber".

Tatsächlich aber sei er ein Unterstützer Schweigers, so Schmidt. Er schreibt: "Das Gute an Engagement wie Ihrem ist, dass ein Prominenter der Bevölkerung zeigt: Ich kümmere mich um Flüchtlinge. Das ermuntert viele, sich in dem für sie möglichen Maße für Flüchtlinge einzubringen."

Gleichzeitig bleibt Schmidt bei seiner Einschätzung, dass es in Deutschland bereits Vorzeige-Einrichtungen für Flüchtlinge gibt und bekräftigt auch noch einmal, dass der Aufbau einer Flüchtlingsunterkunft schwierig ist.

Er schreibt: "Dass das Einrichten und Betreiben einer Flüchtlingsunterkunft in der Praxis vielleicht die ein oder andere Schwierigkeit mit sich bringt, die auf den ersten Blick nicht offensichtlich war, ist ein anderer Punkt und sicher haben Sie bzw. Ihr Team mit den zuständigen Behörden und den NGOs aus dem Bereich der Flüchtlingsarbeit in der Region bereits Kontakt um Ihr Vorhaben zu konkretisieren." Abschließend wünscht Schmidt Schweiger viel Erfolg bei seinem Vorhaben.

Bei Facebook reagieren die Nutzer unterschiedlich auf das von Schweiger veröffentliche Schreiben. "Na also, geht doch, schöne Reaktion", schreibt ein Nutzer. Andere sehen die Tatsache, dass Schweiger das Schreiben veröffentlicht hat, kritisch. "Da braucht wohl einer wieder mal Publicity. Entweder du tust es, oder du lässt es sein", heißt es in einem Kommentar.

(lsa)
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