Weitere H1N1-Opfer in Sachsen und Köln: Todesfall nach Schweinegrippe-Impfung
zuletzt aktualisiert: 13.11.2009 - 17:03Wuppertal (RPO). Der Tod eines 46-jährigen Mannes aus Wuppertal einen Tag nach dessen Schweingrippe-Impfung soll von der Staatsanwaltschaft aufgeklärt werden. Mittlerweile wurde der Mann obduziert. Ein direkter Zusammenhang zwischen Impfung und Tod konnte zunächst nicht festgestellt werden. Unterdessen hat die Schweinegrippe offenbar zwei weitere Opfer in Köln und Sachsen gefordert.
Nach dem Tod eines 46-jährigen Wuppertalers einen Tag nach seiner Schweinegrippe-Impfung hat die Obduktion der Leiche zunächst keine Hinweise auf einen direkten Zusammenhang erbracht. Es lägen zwar noch kein abschließenden Erkenntnisse zur genauen Todesursache vor, sagte ein Sprecher der Wuppertaler Staatsanwaltschaft am Freitag auf Anfrage. Ein Zusammenhang zwischen dem Tod des Mannes und der Impfung sei aber für die Gerichtsmediziner bei der Obduktion "nicht erkennbar" gewesen.
Nach einer ersten Einschätzung der Ärzte starb der 46-Jährige demnach an einem plötzlichen Herzstillstand. Auch Anhaltspunkte auf eine allergische Reaktion nach der Impfung hätten sich bei der Untersuchung der Leiche nicht ergeben, sagte der Sprecher. Der Mann litt demnach an mehreren Erkrankungen, unter anderem an einem Lungenleiden und mehreren Allergien. Er hatte sich am Dienstag im Gesundheitsamt der Stadt Wuppertal gegen die Schweinegrippe impfen lassen. Am Donnerstag fanden Kollegen den Mann tot auf der Betriebstoilette eines Wuppertaler Chemiekonzerns.
Kölnerin möglicherweise an Schweinegrippe gestorben
Eine 24 Jahre alte Kölnerin ist möglicherweise an der Schweinegrippe gestorben. Die Todesursache der jungen Frau soll durch eine Obduktion geklärt werden, wie das Gesundheitsamt der Stadt am Freitag mitteilte.
Die Kölnerin war am Mittwoch zu Hause gestorben. Sie war in der letzten Woche an typischen Grippesymptomen erkrankt, unter ambulanter ärztlicher Therapie aber schnell beschwerdefrei. Ein nach dem Tod vorgenommener medizinischer Test hatte das Vorliegen von Schweinegrippe-Erregern zwar bestätigt, aber der Verlauf der Erkrankung war anscheinend mild.
Als Todesursache komme auch eine langjährige Vorerkrankung in Betracht, hieß es. Das Ergebnis der rechtsmedizinischen Untersuchung wird im Laufe der kommenden Woche erwartet.
Erster Todesfall durch Schweinegrippe in Sachsen
In Sachsen ist ein Mensch an Schweinegrippe gestorben. Dabei handele es sich um einen 44-jährigen ungeimpften Mann aus dem Vogtland, teilte das sächsische Sozialministerium am Freitag in Dresden mit. Der Mann sei am Donnerstagabend nach einer Infektion mit dem H1N1-Virus gestorben. Der Patient hätte an Husten und Atemnot gelitten und sei zunächst ambulant und später stationär behandelt worden. Vorerkrankungen oder Risikofaktoren des Mannes seien bisher nicht bekannt.
Wegen der rasanten Ausbreitung der Schweinegrippe in Deutschland wird die Meldepflicht eingeschränkt. Ärzte müssen ab Samstag Verdachtsfälle und Grippekranke ohne Labornachweis nicht mehr an die Gesundheitsämter melden, wie ein Sprecher des Bundesgesundheitsministeriums in Berlin am Freitag bestätigte. Inzwischen gibt es den 14. bestätigten Todesfall.
Laut Bundesgesundheitsministerium müssen den Gesundheitsämtern künftig nur noch Patienten gemeldet werden, bei denen die Infektion aufgrund von Laboruntersuchungen eindeutig nachgewiesen wurde. Zudem müssten auch weiterhin Todesfälle gemeldet werden, die in Verbindung mit der Schweinegrippe stehen, sagte der Ministeriumssprecher. Er bestätigte damit einen Bericht des Bielefelder "Westfalen-Blatt".
Die Sprecherin des Robert-Koch-Instituts (RKI), Susanne Glasmacher, sagte der Zeitung, die bisherige Meldepflicht sei im Hinblick auf den Erregernachweis nicht mehr sinnvoll. Ärzte beantragen bei Grippekranken demnach nur noch in Einzelfällen einen Labortest. Nach Schätzungen der Gesundheitsbehörden haben sich seit Mai bundesweit 55.000 Menschen mit dem Virus infiziert.
Trotzdem hält nur jeder vierte Deutsche einer neuen Erhebung zufolge derzeit eine Schutzimpfung für nötig. 43 Prozent der Befragten würden sich auf keinen Fall gegen die Schweinegrippe impfen lassen, ergab eine Umfrage von Infratest dimap für den Deutschlandtrend der ARD. Mitte Oktober waren es noch 39 Prozent. 28 Prozent der 1000 Befragten würden wahrscheinlich nicht zur Impfung gehen. 27 Prozent waren es vor einem Monat. Nur 14 Prozent würden sich wahrscheinlich den Impfschutz abholen - im Oktober waren es noch 19 Prozent.
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