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Trend setzt sich fort
Ehen halten im Durchschnitt länger

Trend setzt sich fort: Ehen halten im Durchschnitt länger
Ein Hochzeitspaar am Strand. FOTO: shutterstock.com/kireewong foto
Wiesbaden. Der Trend zur längeren Dauer staatlich geschlossener Ehen setzt sich laut Statistikamt weiter fort. Die Ehen hatten im Durchschnitt 15 Jahre bis zur Scheidung bestanden.

Im Jahr 2016 sind in Deutschland knapp 1000 Ehen weniger geschieden worden. 162.397 Fälle bedeuten einen Rückgang von 0,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, wie das Statistische Bundesamt (Destatis) am Dienstag in Wiesbaden mitteilte. 2015 waren es bereits 1,7 Prozent weniger.

Den Scheidungen ging 2016 demnach in den meisten Fällen eine vorherige Trennungszeit der Partner von einem Jahr voraus (82,6 Prozent). Ehefrauen stellten zu 51,3 Prozent den Scheidungsanträge, die Ehemänner 40,9 Prozent und die übrigen wurden von beiden gemeinsam gestellt.

Der Trend zur längeren Dauer staatlich geschlossener Ehen setzt sich laut Statistikamt weiter fort. Die Ehen hatten im Durchschnitt 15 Jahre bis zur Scheidung bestanden, wobei etwa jede sechste Scheidung (15,6 Prozent) sogar erst nach mehr als 25 gemeinsamen Jahren erfolgte. 1991 waren Ehen laut Statistiker dagegen nach durchschnittlich nur 11 Jahren und 9 Monaten geschieden worden.

Mitverantwortlich hierfür sei der niedrigere Anteil der geschiedenen Langzeitehen: Nur etwa jede elfte Ehe (gut 9 Prozent) war damals nach mehr als 25 Jahren Ehedauer beendet worden.

132.000 Kinder betroffen

Gut die Hälfte der geschiedenen Ehepaare (50,5 Prozent) hatte nach den Daten minderjährige Kinder und von diesen wiederum 52,4 Prozent nur ein minderjähriges Kind. Insgesamt waren von der Scheidung ihrer Eltern demzufolge im Jahr 2016 knapp 132.000 Kinder unter 18 Jahren betroffen.

Auch die Tendenz zum höheren Alter der Geschiedenen zeige sich 2016. Durchschnittlich waren demnach die Männer bei ihrer Scheidung 46 Jahre und 7 Monate alt und die Frauen 3 Jahre jünger (43 Jahre und 7 Monate). Das Durchschnittsalter der Geschiedenen hatte 1991 noch um über 7 Jahre niedriger gelegen (Männer: gut 39 Jahre, Frauen: gut 36 Jahre). Allerdings wurde damals auch noch in jüngerem Alter geheiratet.

Der endgültige Anteil an Scheidungen und das Alter für einen Eheschließungsjahrgang könne erst nach Ablauf einer sehr langen Zeitspanne bestimmt werden, erklärten die Statistiker. So betrage im Jahr 2016 die Scheidungsrate für die im Jahr 1991 geschlossenen Ehen - also nach 25 Jahren Ehedauer - bisher 392,6 Scheidungen je 1000 Ehen. Da aber auch in den Folgejahren noch Ehen dieser Kohorte geschieden würden, werde der Anteil der nach 30 oder 40 Jahren durch Scheidungen beendeten Ehen noch höher liegen.

Die zusammengefasste ehedauerspezifische Scheidungsziffer beschreibe dagegen die aktuellen Scheidungsverhältnisse. Dabei werden die Ehen laut Destatis einbezogen, die in den letzten 25 Jahren geschlossen und im aktuellen Jahr geschieden wurden.

Nur wenn das Scheidungsverhalten über 25 Jahre hinweg genauso gewesen wäre wie im betrachteten Jahr, würde nach 25 Jahren ein entsprechender Anteil an Ehen geschieden sein. 2016 lag diese Ziffer bei 346,3. Im Vorjahr 2015 lag sie bei 347,1.

Zu berücksichtigen ist der Mitteilung zufolge jedoch, dass Ehen nicht allein gerichtlich durch Scheidungen gelöst werden. Auch Wanderungen oder der Tod eines Partners veränderten ihren Bestand permanent.

(KNA/csr)
 
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