In Dortmund vor Gericht: TV-Moderator Speck gesteht Betrug
zuletzt aktualisiert: 27.10.2004 - 17:13Dortmund (rpo). Der TV-Moderator Karsten Speck steht wegen Betrugverdachts in Dortmund vor dem Landgericht. Am Mittwoch hat er ein überraschendes Geständnis abgelegt. Speck räumte millionenschwere Betrügereien um Kapitalanlagen und Immobilien ein.
Wie ein Gerichtssprecher mitteilte, gab der 44-Jährige zu, gemeinsam mit weiteren Komplizen millionenschwere Betrügereien um Kapitalanlagen und Immobilien begangen zu haben. Vor gut zwei Wochen war Speck in Untersuchungshaft genommen worden, weil sich im Zuge der bereits im Januar 2003 eröffneten Verhandlung weitere belastende Hinweise gegen ihn ergeben hatten.
Speck muss sich seit über anderthalb Jahren wegen Immobilienbetruges vor dem Gericht verantworten. Die Staatsanwaltschaft hatte dem Moderator, seiner Ehefrau Cora sowie vier weiteren Angeklagten mehrfachen Betrug sowie Urkundenfälschung vorgeworfen.
Die Angeklagten sollen sich Mitte der 1990er Jahre bei Immobilengeschäften hoch verschuldet haben. Durch falsche Angaben über ihre Vermögensverhältnisse und gefälschte Unterschriften sollen sie dann Banken, Leasing-Gesellschaften und Privatanleger in einem so genannten Schneeball-System um rund 20 Millionen Euro geprellt haben.
Der Prozess gegen Ehefrau Cora ist aus gesundheitlichen Gründen bereits abgetrennt worden. Der Hauptangeklagte wurde schon im September zu einer Haftstrafe von siebeneinhalb Jahren verurteilt. Gegen zwei Komplizen wurden Strafen von bis zu drei Jahren und drei Monaten verhängt.
Nach Angaben des Gerichtssprechers könnte das Urteil gegen den Moderator nun am Freitag kommender Woche ergehen. Trotz seines Geständnisses bleibt der prominente Angeklagte bis auf weiteres in U-Haft. Bislang hatte Speck die Vorwürfe stets bestritten und behauptet, seine Ehefrau Cora und er seien betrogen worden. Der Prozess findet in Dortmund statt, weil der Schwerpunkt der Straftaten im Raum Hamm liegt.
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