Felssturz in Oberbayern: Überlebende in stabilem Zustand
zuletzt aktualisiert: 26.01.2010 - 15:32Stein an der Traun (RPO). Nach dem Absturz eines riesigen Felsbrockens auf ein Einfamilienhaus in Stein an der Traun ist der Zustand der beiden Überlebenden stabil. Das teilten die Ärzte am Dienstag mit. Die Ursache für das Unglück ist dagegen weiter unklar.
Ein riesiger Felsbrocken hatte in der Nacht zum Dienstag in dem oberbayerischen Ort das Haus einer vierköpfigen Familie völlig zerstört. Dabei kamen der Vater und die Tochter ums Leben. Die Mutter und der Sohn wurden bei einer sechsstündigen Rettungsaktion mit Schaufeln und bloßen Händen lebend aus den Trümmern gezogen.
Nach Angaben der Rettungskräfte war die Familie bereits auf der Flucht aus dem Haus, als der hunderte Tonnen schwere Fels dieses zermalmte. Die Mutter und ihr Sohn überlebten in einem Hohlraum. Das sei ein Wunder, sagte Bürgermeister Franz Parzinger. Vater und Tochter dagegen waren vermutlich sofort tot.
Der Bürgermeister und Landrat Hermann Steinmaßl riefen zu Spenden für die Überlebenden auf. Mit einem Gedenkgottesdienst und einer Gedenkfeier an dem Gymnasium des Mädchens soll an die Opfer erinnert werden.
Wieso der Felsbrocken herabstürzte, lag auch am Dienstag noch im Dunkeln. Das zweistöckige Haus stand bereits seit 100 Jahren an dem etwa 15 Meter hohen Hang. Wie der Bürgermeister mitteilte, sei die Standfestigkeit des Felshanges jedes Jahr geologisch untersucht worden.
Riesige Staubwolke
Laut Polizeisprecher Franz Sommerauer war der erste Notruf am Montag gegen 22 Uhr eingegangen. Ein Mitarbeiter einer angrenzenden Brauerei hatte eine riesige Staubwolke gesehen. Ein anderer meldete Gesteinsbrocken auf der Straße. Einen "echten Augenzeugen" für den herabstürzenden Felsen gebe es aber nicht.
Die Rettungskräfte lokalisierten die Familie schon kurz nach ihrem Eintreffen unter den Trümmern. Mit den Überlebenden sei auch gesprochen worden, sagte Kreisbrandrat Johann Gnadl. Gegen 2.15 Uhr sei schließlich die Mutter als letztes aus den Trümmern gezogen worden.
Auch die Bergungsarbeiten gestalteten sich äußerst schwierig. Nur das Dach konnte nach Angaben der Polizei bisher mit einem Kran weggehoben werden. "Der Rest war reine Handarbeit", sagte Gnadl. Rund 350 Helfer von Feuerwehr, Technischem Hilfswerk, Bayerischem Roten Kreuz, Malteser Hilfsdienst und Polizei waren an dem Einsatz beteiligt.
Schwere Knochenbrüche und Quetschungen
Die beiden Überlebenden zogen sich schwere Knochenbrüche und Quetschungen zu. Wie der behandelnde Arzt Rupert Ketterl sagte, seien beide schon mehrfach operiert worden.
Unklar war Nachmittag noch, wann die aus einem Nachbarhaus in Sicherheit gebrachte Familie zurückkehren kann. Auch die benachbarte Brauerei blieb weiterhin gesperrt.
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