IHK-Präsident Cottbus: Ulrich Fey tritt nach Stasi-Verdacht zurück
zuletzt aktualisiert: 23.02.2011 - 12:04Cottbus (RPO). Der unter Stasi-Verdacht stehende Präsident der Industrie- und Handelskammer (IHK) Cottbus, Ulrich Fey, tritt zurück. "Ich sehe mich in der Pflicht, die Industrie- und Handelskammer Cottbus mit diesem Vorgang nicht weiter zu belasten, und erkläre hiermit meinen sofortigen Rücktritt", teilte Fey am Mittwoch mit.
Er kam damit einer Auseinandersetzung über seine Stasi-Vergangenheit bei einer für den 1. März anberaumten Sondersitzung des IHK-Präsidiums zuvor. Während der Sitzung in der kommenden Woche soll nun nach Angaben eines IHK-Sprechers ein Nachfolger für das ehrenamtliche Präsidentenamt bestimmt werden.
In seiner Rücktrittserklärung gab Fey an, dass sich trotz zehnmonatiger Recherche des RBB für ihn "kein belastbares Material" ergebe. Zudem hätten Meinungsäußerungen seinerseits gegenüber der Staatssicherheit in keiner Weise auch nur ansatzweise irgendjemanden geschadet. Seine Ablehnung des politischen Systems der DDR sei nachweisbar von der Schulzeit bis zur Wende und eindeutig belegt.
Fey soll nach Angaben des RBB-Magazins "Klartext" von 1974 bis 1986 als IM "Köste" dem Ministerium für Staatssicherheit (MfS) Auskünfte über ehemalige Kollegen des Synthesewerkes Schwarzheide, unter anderem auch Ausreisewillige, gegeben haben. Er selbst räumte daraufhin am Dienstag Kontakte zum MfS ein, wies jedoch eine Tätigkeit als Inoffizieller Mitarbeiter (IM) zurück. Eine Verpflichtungserklärung oder Protokolle habe er nicht unterschrieben. Seinen sofortigen Rücktritt hatten unter anderem die Vereinigung der Opfer des Stalinismus (VOS) und mehrere Cottbuser Unternehmer und Stadtverordnete gefordert.
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