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Auszeichnung für Entwickler
Umweltpreis für Fairphones und Altbeton-Recycling

Umweltpreis für Fairphones und Altbeton-Recycling
Bas Van Abel hat ein besonders ressourcenschonendes Smartphone erfunden. FOTO: dpa, lof
Osnabrück. Der niederländische Unternehmer Bas van Abel (39) sowie die Cottbuser Ingenieurin Angelika Mettke (64) und der Unternehmer Walter Feeß (62) aus Kirchheim unter Teck erhalten den Deutschen Umweltpreis der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU).

Van Abel wird für die Entwicklung eines "Fairphones" geehrt, Mettke und Feeß für die Idee zum Recycling von Altbeton für Neubauten, wie die DBU am Mittwoch in Osnabrück mitteilte. Europas höchstdotierte Umweltauszeichnung wird am 30. Oktober durch Bundespräsident Joachim Gauck in Würzburg überreicht. Van Abel erhält 250.000 Euro, die gleiche Summe teilen sich Mettke und Feeß.

Nachhaltiges Smartphone

Van Abels "Fairphone" zeichnet sich nach den Angaben dadurch aus, dass es zu fairen Preisen hergestellt wird und etwa leicht vom Kunden selbst repariert werden kann, was die Lebensdauer erhöht. Gewinnung, Transport und Verarbeitung der zur Produktion notwendigen seltenen Erze werden auf soziale Verträglichkeit hin überprüft.

Ein Wandel im Umgang mit Handys und Smartphones sei dringend notwendig, begründete DBU-Generalsekretär Heinrich Bottermann die Preisvergabe. Inzwischen gebe es mehr Geräte als Menschen auf der Erde. "Diese irrwitzige Verschwendung von Rohstoffen ist nicht länger tragbar."

Mettkes und Feeß' Idee zum Recycling von Altbeton aus Abbruchbauten sei eine wichtige Komponente im Bemühen, den Flächenverbrauch einzudämmen und Deponien zu entlasten, sagte Bottermann. Bei der konventionellen Betonherstellung würden Schotter und Kies in großen Gruben abgebaut, die später aufwendig wieder für die Natur hergestellt werden müssten.

Betonlogistik ist massive Umweltbelastung

Auch entlaste die Verwendung von Altbeton das Klima, da Transportwege aus Kiesgruben in die Ballungszentren wegfielen. Schon bei einer Fahrtstrecke von 40 Kilometern könne rechnerisch die Klimabelastung einer Kleinstadt eingespart werden.

Der Preis wird zum 24. Mal verliehen. Mit ihm zeichnet die DBU Leistungen aus, die vorbildlich zum Schutz und Erhalt der Umwelt beitragen oder in Zukunft beitragen können. Die Kandidaten werden der DBU von Arbeitgeberverbänden, Gewerkschaften, Kirchen, Umwelt- und Naturschutzverbänden sowie wissenschaftlichen Institutionen vorgeschlagen. Über die Gewinner entscheiden Experten aus Wirtschaft, Wissenschaft, Technik und gesellschaftlichen Gruppen.

(bur/KNA)
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