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Unesco
Die Hamburger Speicherstadt gehört jetzt zum Weltkulturerbe

Das ist die Weltkulturerbe-Stätte Speicherstadt Hamburg
Das ist die Weltkulturerbe-Stätte Speicherstadt Hamburg FOTO: dpa
Bonn. Die Unesco hat die Hamburger Speicherstadt und das Kontorhausviertel zum Weltkulturerbe ernannt. Das Welterbe-Komitee der Vereinten Nationen beschloss die Aufnahme am Sonntag bei seiner Sitzung in Bonn.

Hamburgs Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) hat die Ernennung der Speicherstadt und des Kontorhausviertels zum Weltkulturerbe als große Ehre bezeichnet. "Ich freue mich außerordentlich über diesen Erfolg! Wir Hamburgerinnen und Hamburger dürfen stolz sein auf unsere neue Welterbestätte", sagte Scholz. Es sei gelungen, das weltweit höchste Fachgremium von der nationalen wie auch internationalen Sonderstellung von Speicherstadt und Kontorhausviertel zu überzeugen."Wir sind uns der großen Ehre bewusst und nehmen nun gern die Verantwortung für den Schutz und die Vermittlung dieses Erbes wahr", sagte der Bürgermeister. "Wir fühlen uns so gerührt und so erfreut", sagte die Hamburger Kultursenatorin Barbara Kisseler direkt im Anschluss und bedankte sich bei den anderen Ländern für die Unterstützung.

Speicherstadt - ein logistisches Zentrum

Die Hamburger Speicherstadt gilt als das größte zusammenhängende und einheitlich geprägte Speicherensemble der Welt. Es wurde von 1885 bis 1927 unter der Leitung von Franz Andreas Meyer in drei Bauabschnitten als größtes und modernstes Logistikzentrum seiner Zeit errichtet. Im Zweiten Weltkrieg wurde die Speicherstadt zwar stark beschädigt, aber in der Nachkriegszeit von Werner Kallmorgen weitgehend nach historischem Vorbild wieder aufgebaut und mit 1950er Jahre Bauten von hoher Qualität ergänzt.

Die Speicherstadt besteht aus 15 mehrgeschossigen Lagerhäusern und einer Reihe von Einzelbauten, die bis auf wenige Ausnahmen in Backsteinbauweise in neogotischem oder neoromantischem Stil errichtet wurden. Als zentraler Umschlagsort im Hamburger Hafen ist die Speicherstadt eingebettet in ein System aus Kanälen, Brücken, Bahnverbindungen und Pflasterstraßen. Wo früher Importgüter wie Kaffee, Kakao und Tee gelagert wurden, haben sich heute Mode- und Werbefirmen sowie zahlreiche Touristenattraktionen angesiedelt.

Das Hamburger Kontorhausviertel nördlich der Speicherstadt entstand in den 1920er und 1930er Jahren und besteht aus teilweise blockfüllenden Gebäuden mit Klinkerfassaden. Dominiert wird es von dem von Fritz Höger zwischen 1922 und 1924 geschaffenen Chilehaus. Mit seiner an einen Schiffsbug erinnernden Spitze und der charakteristischen Detaillierung der Fassade gilt es als eine Ikone des Expressionismus in der Architektur.

Zuvor hatte die UN-Kulturorganisation hat bei ihrer jährlichen Konferenz in Bonn elf weitere Stätten auf die Welterbeliste aufgenommen. Wie die Unesco am Samstagabend mitteilte, gehörten dazu auch die Weinbauparzellen im französischen Burgund sowie die Weinberge der Champagne. Mit dem Botanischen Garten in Singapur hat der südostasiatische Stadtstaat zum ersten Mal ebenfalls eine Welterbestätte. Weitere Stätten liegen im Iran, in Dänemark, China und Südkorea sowie in der Mongolei und der Türkei.

Die Unesco erklärte zur Aufnahme der Weinberge, -Häuser und -Keller in der Champagne, diese zeugten von "den Ursprüngen und der Entwicklung des traditionellen Weinbaus" in der Region. Eine Vielzahl historischer Produktions- und Vertriebsstätten gäben zudem "Einblicke in die hohe Kunst der Champagner-Herstellung". Zu den Weinbauparzellen in Burgund hieß es, diese erstreckten sich "wie ein Mosaik über die Hanglagen zwischen Dijon und Santenay" und stellten eine "außergewöhnliche Kulturlandschaft" dar.

Bereits am Freitag wurden vier Stätten als Kultur- und Naturerbe anerkannt, unter ihnen die arabisch-normannische Altstadt von Palermo auf Sizilien. Nominiert sind in diesem Jahr insgesamt 36 Stätten.

Der Naumburger Dom wird dagegen zunächst nicht in die Welterbeliste aufgenommen, bekommt aber eine zweite Chance. Das Welterbekomitee der UN-Kulturorganisation Unesco lehnte am Sonntag in Bonn die Aufnahme von Naumburger Dom und hochmittelalterlicher Herrschaftslandschaft an Saale und Unstrut ab. Aber die Antragsteller dürfen ihren Antrag überarbeiten und dann wieder einreichen.

(dpa)
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