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A9 in Oberfranken
18 Menschen sterben bei Busunglück

Video: 18 Menschen sterben bei Busunglück
Münchberg. Bei einem schweren Busunfall auf der Autobahn 9 in Oberfranken sind 18 Menschen ums Leben gekommen. Weitere 30 Menschen wurden zum Teil schwer verletzt. Der Reisebus brannte vollständig aus. Den Einsatzkräften bot sich ein Bild des Schreckens.

Der Bus mit einer Reisegruppe aus Sachsen war am Montagmorgen um kurz nach 7.00 Uhr nahe Münchberg im Landkreis Hof bei sich stauendem Verkehr auf einen Sattelzug aufgefahren und in Flammen aufgegangen. Übrig blieb nur noch ein verkohltes Gerippe des Wracks. 

Als die Feuerwehr an der Unglücksstelle eintraf, habe der Bus in Vollbrand gestanden, sagte ein Feuerwehrsprecher. Bis dahin hätten sich schon viele Menschen in Sicherheit gebracht. "In dem Moment, in dem wir eintrafen, kam niemand mehr aus dem Bus", sagte der Sprecher. Die Verletzten würden im Krankenhaus zusätzlich von Seelsorgern betreut, berichtete die Polizei.

Mehrere Leichen geborgen

In dem Bus saßen 46 Fahrgäste und zwei Fahrer aus der Oberlausitz und dem Raum Dresden. Es seien alles deutsche Staatsangehörige und wohl alles Erwachsene, teilte die Polizei mit. Ein Teil der Fahrgäste sei am Dresdner Hauptbahnhof in den Bus gestiegen, sagte der Oberbürgermeister der Stadt, Dirk Hilbert (FDP).

Fotos: Busunglück in Oberfranken FOTO: dpa

Bis zum Nachmittag wurden alle Leichen aus dem Unglücksfahrzeug geborgen. Wie das Polizeipräsidium Oberfranken und die Staatsanwaltschaft Hof mitteilten, handelt es sich bei den Toten um Frauen und Männer im Alter von 66 bis 81 Jahren. Unter ihnen sei auch der Fahrer des Busses. Spezialisten der Rechtsmedizin und des Bundeskriminalamtes sollen nun die Identifizierung übernehmen.

Wegen der großen Hitze bei dem Brand befinde sich nichts Brennbares mehr in dem Buswrack, entsprechend schwierig sei die Suche nach den sterblichen Überresten, sagte Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt  (CSU). Von den 30 Verletzten seien zwei noch in Lebensgefahr. Es sei bisher unklar, wieso der Bus so schnell völlig ausbrennen konnte.

Spezialisten angefordert

Die Polizei sperrte die A9 in beide Richtungen, es bildeten sich lange Staus. Zur Bergung und Identifizierung der Leichen wurden Spezialisten der Rechtsmedizin und des Bundeskriminalamts angefordert. Ein Sachverständiger sollte die Ursache des Unglücks untersuchen. Etwa 200 Kräfte von Rettungsdiensten, Feuerwehr, Technischem Hilfswerk und Polizei waren im Einsatz, außerdem mehrere Rettungshubschrauber. Sie kreisten am Vormittag über der Unfallstelle zwischen den Anschlussstellen Münchberg-Süd und Gefrees.

Auf der A9 nahe Münchberg im Landkreis Hof hatte es schon einmal ein schweres Unglück gegeben: Vor 27 Jahren kam es hier wegen dichten Nebels zu einer der schlimmsten Massenkarambolagen, die es je auf deutschen Straßen gegeben hat. Rund 100 Autos waren damals in den Unfall verwickelt, zehn Menschen starben, 122 wurden verletzt.

Anteilnahme aus der Politik

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier zeigte sich betroffen über das Unglück. "Zu diesem Zeitpunkt kann ich nur sagen, dass wir mit den Angehörigen mitfühlen und denjenigen, die verletzt sind, möglichst baldige und vollständige Genesung wünschen", sagte Steinmeier am Montag bei seinem Antrittsbesuch als Bundespräsident in Baden-Württemberg.

Regierungssprecher Steffen Seibert sagte am Montagvormittag in Berlin, Kanzlerin Angela Merkel habe "davon mit großer Bestürzung erfahren. Unsere Anteilnahme gilt den Opfern und ihren Angehörigen, und sie gilt auch den Verletzten." Merkels Dank gehe "an alle Rettungskräfte, Ärzte, Sanitäter, Seelsorger, die im Einsatz waren und sind, um Verletzte zu bergen, um Menschen zu betreuen in einer entsetzlichen Situation."

Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) wollte zur Unfallstelle kommen. Er verließ am Montagvormittag die gemeinsame Vorstandssitzung von CDU und CSU in Berlin, um sich am Unfallort ein Bild von dem Geschehen zu machen. Auch Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) wollte sich vor Ort ein Bild von der Lage machen.

(oko/wer/dpa/AFP)
 
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