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Herz- und Lungentransplantationen
Unregelmäßigkeiten bei Transplantationen auch in Köln und Jena

Die wichtigsten Fakten zur Organspende
Die wichtigsten Fakten zur Organspende FOTO: dpa, Jan-Peter Kasper
München. An zwei weiteren Universitätskliniken hat es Unregelmäßigkeiten bei Herz- und Lungentransplantationen gegeben, und zwar in Köln und Jena. Die beschuldigten Ärzte sollen sich nicht bereichert haben sondern wollten ihren schwerkranken Patienten Vorteile verschaffen. 

Die Kliniken bestätigten am Freitag der "Süddeutschen Zeitung"  entsprechende Informationen aus dem Umfeld der für die Kontrolle der Transplantationszentren zuständigen Prüfungs- und Überwachungskommission (PÜK). An beiden Einrichtungen ging es nach den Klinikangaben darum, schwerkranke Patienten schneller mit einem Spenderorgan zu versorgen; die verantwortlichen Ärzte hätten sich offenbar nicht bereichert. Mehrere Organspende-Skandale hatten in den vergangenen Jahren das Vertrauen in die Transplantationsmedizin erschüttert.

In Jena wurden der Zeitung zufolge zwischen 2010 und 2012 bei 17 von 31 Herztransplantationen offenbar Patientendaten manipuliert und bei 10 von 28 Lungentransplantationen falsche Werte an die internationale Organverteilungsstelle Eurotransplant übermittelt. In Köln wurden demnach im selben Zeitraum, in dem dort etwa 15 Herztransplantationen stattfanden, bei 6 Patienten Daten manipuliert.

In Jena wurden personelle Konsequenzen ergriffen: Der damals verantwortliche Leiter des Herztransplantationsprogramms wurde im Juli von seinen Aufgaben entbunden, wie ein dortiger Sprecher der Zeitung sagte. Ein Sprecher des Kölner Uni-Klinikums sagte, die mutmaßlich verantwortlichen Ärzte arbeiteten nicht mehr dort.

 

(lnw)
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