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Skandal bei Berliner Treberhilfe
Unternehmensberatung fand Maserati angemessen

Skandal bei Berliner Treberhilfe: Unternehmensberatung fand Maserati angemessen
Treberhilfe-Chef Harald Ehlert. FOTO: ddp
Hamburg/Berlin (RPO). Im Skandal um den Dienst-Maserati des ehemaligen Geschäftsführers der Treberhilfe Berlin, Harald Ehlert, rückt nun die Unternehmensberatung Kienbaum ins Blickfeld der Staatsanwaltschaft. Die Berater hätten über Jahre in mehreren Gutachten Ehlerts Geschäftspraktiken als normal bewertet.

Gegen den inzwischen zurückgetretenen Chef der gemeinnützigen GmbH wird wegen Verdachts auf Untreue ermittelt, nachdem er wegen der Anschaffung eines Luxuswagens der Marke Maserati als Dienstauto und mehrerer Gehaltserhöhungen in die Kritik geraten war.

Kienbaum hingegen sei zu dem Schluss gekommen, die Luxus-Karosse und die "stetigen Steigerungen seines Salärs" seien "angemessen", berichtete das Hamburger Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" am Samstag. Noch im Jahr 2006 habe Kienbaum attestiert, ein Dienstwagen für etwa 45.000 Euro sei üblich.

Zwei Jahre später bezeichneten die Gutachter den Maserati im Wert von 112.060 Euro wegen der Fahrleistung von rund 35.000 Kilometern den Angaben zufolge als angemessen.

Auch die konstanten Gehaltssteigerungen Ehlerts fanden die Berater laut "Spiegel" nicht beanstandenswert: Im März 2008 hätten sie festgestellt, dass sein Bruttojahresgehalt von 295.000 Euro zwar jenseits der oberen Spanne liege, eine "Jubiläumssonderzahlung" von 80.000 Euro sei aber als "nicht unangemessen" zu sehen.

Ganz ähnlich bewertete Kienbaum dem Magazin zufolge im April 2009 Ehlerts Jahresbrutto von 322.000 Euro. Unklar sei, wie die Berater zu diesen Einschätzungen kommen konnten. Bei den Ermittlungen seien weitere luxuriöse Anschaffungen auf Kosten der gemeinnützigen Treberhilfe bekannt geworden: So kaufte Ehlert für seine Dienstvilla nahe Potsdam eine Bose-Musikanlage für 21.500 Euro, für das Bootshaus ließ er zwei Sessel für 5000 Euro anschaffen.

(DDP/jre)
 
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