Tausende Haushalte ohne Strom: Unwetter wüten im Osten Deutschlands
zuletzt aktualisiert: 12.09.2011 - 08:33Magdeburg (RPO). Ein schweres Unwetter mit Starkregen und Schlammlawinen hat am Sonntagabend in Teilen Sachsen-Anhalts zu erheblichen Schäden geführt. Eine Autobahn musste gesperrt werden, Tausende Haushalte waren ohne Strom. Auch in weiten Teilen Brandenburgs wüteteten schwere Gewitter.
Die Autobahn 14 musste bei Plötzkau (Salzlandkreis) wegen einer Schlammlawine gesperrt werden, wie die Polizei am Montag in Magdeburg mitteilte. Die Feuerwehr rettete fünf Menschen aus deren Autos. Eine Person wurde verletzt. Erst gegen 06.30 Uhr am Montagmorgen konnte die Fahrbahn in Richtung Halle wieder freigegeben werden. Die Autobahn in Richtung Magdeburg sollte den Angaben zufolge bis 07.30 Uhr gesperrt bleiben.
Besonders der Salzlandkreis war laut Polizei von dem Unwetter betroffen. Eine Windhose deckte unter anderem in Preußlitz und Aschersleben Dächer ab und entwurzelten Bäume. Zudem musste die Feuerwehr zahlreiche Keller auspumpen. Laut Polizei waren aufgrund des Unwetters mehrere tausend Haushalte zeitweise vom Stromnetz abgeschlossen.
Hagelkörner mit einem Durchmesser von bis zu zwei Zentimetern beschädigten zahlreiche Autos. Zur Höhe der Sachschäden konnte die Polizei noch keine Angaben machen.
Eine durch starke Regenfälle ausgelöste Schlammlawine hat die Autobahn 38 zwischen Bleicherode und Werther (Landkreis Nordhausen in Thüringen) überspült. Auf einem rund 600 Meter langen Abschnitt wurde am Sonntagabend Erde und Geröll von den angrenzenden Feldern auf die Fahrbahn gespült, wie die Polizei am Montag mitteilte. Die Fahrbahn musste ab 18.00 Uhr zeitweise gesperrt werden. Am späten Abend gab die Polizei die Autobahn wieder frei.
Der Deutsche Wetterdienst gab Unwetterwarnungen für die Gebiete zwischen Potsdam-Mittelmark und der Oder aus. Die Gewitter wurden von starken Regenfällen und Sturmböen begleitet. Der Wetterdienst warnte örtlich vor über 25 Litern Niederschlag pro Quadratmeter.
Laut Brandenburger Polizei stand auf einigen Straßen das Wasser. Insbesondere im Kreis Oder-Spree mussten auch umgestürzte Bäume von den Straßen geräumt werden. Die Regionalleitstelle Nordwest in Potsdam meldete einige Feuerwehreinsätze, um Äste von der Straße zu holen. Es sei aber zu keinen größeren Störungen gekommen.
Die Berliner Feuerwehr musste nach Angaben des Lagedienstes nur zu wenigen Einsätzen ausrücken. In Alt-Hohenschönhausen sei ein Baum umgekippt und habe fünf Fahrzeuge beschädigt. Auch in Kreuzberg traf ein abstürzender Ast mehrere Pkw.
Bereits am Sonntagnachmittag tobten auch im Südwesten Deutschlands schwere Unwetter. Besonders in Heusweiler im Saarland gab es größere Verwüstungen. Durch die mit Hagel vermischten Regenmassen bildete sich eine Schlammlawine, die mehrere Autos unter sich begrub. Die zum Teil tischtennisballgroßen Hagelkörner ließen nach Angaben eines Polizeisprechers nach dem Unwetter in weiten Teilen des Ortes eine zehn Zentimeter dicke Schicht aus Schneematsch auf den Straßen zurück.
Die Feuerwehr war nach eigenen Angaben im Dauereinsatz und musste zahlreiche Keller leer pumpen. Auch die Standbetreiber eines Herbstmarktes im Ortskern wurden von dem Unwetter überrascht, ihre Stände durch Hagelkörner zum Teil schwer beschädigt. Auch Geschäfte, die wegen eines verkaufsoffenen Sonntags geöffnet hatten, seien in Mitleidenschaft gezogen worden. Verletzt wurde den Angaben zufolge aber niemand.
Die Schlammlawine bildete sich den Angaben zufolge an einer Baustelle der Saarbahn am nördlichen Rand von Heusweiler. Die Bahnstrecke liege an dieser Stelle etwas oberhalb der Straße. Durch den starken Regen sei auf der Baustelle gelagertes Material wie Sand oder Erdaushub auf die Straße gespült worden. Zusammen mit dem Hagel sei so eine etwa einen halben Meter hohe Schlammlawine entstanden. Diese habe die Straße auf einer Länge von etwa 200 Metern überschwemmt und mindestens sechs Autos mit sich gerissen.
Feuerwehr und Technisches Hilfswerk waren den Angaben nach mit etwa 180 Kräften im ganzen Ort im Dauereinsatz.
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