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Baby in Papierkorb gelegt
Mutter muss wegen Totschlags drei Jahre in Haft

Urteil in Kiel: Baby in Papierkorb gelegt - Mutter muss wegen Totschlags drei Jahre in Haft
Die Angeklagte Rozina G. sitzt zusammengesunken neben ihrer Verteidigerin Nicole Bucher im Gerichtssaal des Landgerichts in Kiel. FOTO: dpa, reh
Kiel. Eine Mutter muss drei Jahre ins Gefängnis. Sie wurde wegen Totschlags verurteilt. Man hatte ihr Neugeborenes leblos im Abfallkorb einer Bushaltestelle in Schleswig-Holstein gefunden. 

Das Kieler Landgericht sprach die 23-jährige Eritreerin am Mittwoch wegen Totschlags durch Unterlassen schuldig. Der Staatsanwalt hatte fünf Jahre Freiheitsstrafe für die Mutter gefordert, die Verteidigerin hatte auf Freispruch plädiert.

Nach eigener, von Weinkrämpfen begleiteter Aussage wurde die junge Frau auf ihrer Flucht nach Deutschland in Libyen gefangen genommen und wochenlang vergewaltigt. Sie wurde schwanger, verheimlichte das aber.

Ihr Kind gebar die Frau laut Anklage zwischen dem 10. und 13. Oktober 2015 ohne es zu versorgen. Der Leichnam wurde am 15. Oktober in dem Papierkorb an einer Bundesstraße in Sülfeld gefunden. Laut Gutachten starb der Säugling nach spätestens 30 Minuten an Unterkühlung und Atemstillstand. Das kleine Mädchen wurde von der Kirche auf den Namen Teresa getauft und unter großer Anteilnahme der Bevölkerung bestattet. Die Mordkommission hatte länger als ein Jahr lang ermittelt, um die Mutter im Flüchtlingsheim in Seth bei Sülfeld zu finden. Sie sitzt seit Dezember 2016 in Untersuchungshaft.

(felt/dpa)
 
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