Kofferbomber-Prozess: Urteilsverkündung verzögert sich überraschend
zuletzt aktualisiert: 17.11.2008 - 13:49Düsseldorf (RPO). Vor dem Düsseldorfer Oberlandesgericht (OLG) wird der sogenannte Kofferbomber-Prozess verhandelt. Am Dienstag sollte der angeklagte Libanese Youssef el-Hajdib das letzte Wort sprechen und das Urteil sollte am 26. November verkündet werden. Es verzögert sich nun um mindestens zwei Wochen.
Weil die libanesischen Behörden kurzfristig Vernehmungsprotokolle des mutmaßlichen, im Libanon in Haft sitzenden Mittäters Jihad Hamad übersandt haben, zieht sich nun der Prozess in die Länge.
Die Vernehmungsprotokolle müssten noch übersetzt und im Prozess verlesen werden, sagte ein OLG-Sprecher. Außerdem werde zu diesen Protokollen noch ein Verbindungsbeamter vernommen. Die Vernehmungsprotokolle waren bereits Mitte vergangenen Jahres von der Bundesanwaltschaft und im Januar vom Senat angefordert, bislang aber von den libanesischen Behörden nicht übersandt worden.
Die Anklage hatte es nach Abschluss der Beweisaufnahme in dem seit über zehn Monaten dauernden Prozess als erwiesen angesehen, dass el-Hajdib sich des versuchten mehrfachen Mordes und der versuchten Herbeiführung eines Sprengstoffanschlages schuldig gemacht habe.
Zusammen mit seinem im Libanon gefassten Komplizen Jihad Hamad habe er im Sommer 2006 mit zwei in Regionalzügen nach Köln und Koblenz deponierten Kofferbomben viele Menschen töten wollen.
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