Hessen: Vater steckt Tochter mit Schweinegrippe an
zuletzt aktualisiert: 30.05.2009 - 22:01Fulda (RPO). In Hessen hat ein Vater seine Tochter mit Schweinegrippe angesteckt. Der 47-Jährige aus dem Kreis Fulda, bei dem das Virus bereits am Freitag festgestellt worden war, kam am 25. Mai von einer Geschäftsreise aus New York zurück. Am Samstag gab das Gesundheitsamt des Landkreises die Ansteckung der Tochter bekannt, die vom Institut für Virologie der Universität Marburg mit einer Abstrichprobe nachgewiesen wurde.
Da das Mädchen nur sehr geringe Symptome aufweise, werde die häusliche Quarantäne beibehalten. Das Kind wird nun mit Medikamenten behandelt. Vorsorglich wurden alle Kontaktpersonen informiert und aufgefordert, sich beim Auftreten von Krankheitssymptomen umgehend mit dem Kreisgesundheitsamt in Verbindung zu setzen. Die Ehefrau und die andere Tochter des Patienten wurden negativ auf den Erreger getestet, stehen aber ebenfalls weiter unter Beobachtung.
Nach seiner Rückkehr am vergangenen Montag hatten sich bei dem Mann am Mittwoch Grippesymptome und hohes Fieber gezeigt. Am Donnerstag wurde er im Klinikum Fulda stationär aufgenommen und von den anderen Patienten isoliert. Die Frau und die beiden Töchter des Mannes wurden vorsorglich unter häusliche Quarantäne gestellt. Der Mann ist inzwischen auf dem Weg der Besserung.
Weiterer Mann aus Hessen erkrankt
Zusätzlich zu Vater und Tochter ist die Influenza A/H1N1 auch bei einem jungen Mann aus dem Kreis Kassel festgestellt worden. Er war zusammen mit dem Familienvater am vergangenen Montag von einer Reise aus den USA zurückgekehrt. Auch er steht unter häuslicher Quarantäne.
Bei dem Infizierten aus Kassel habe ein Labor den Verdachtsbefund am Samstag bestätigt, sagte ein Sprecher des Gesundheitsamtes. Er bestätigte einen Bericht der "Hessischen/Niedersächsischen Allgemeinen" derzufolge sich der Infizierte in Lohfelden bei einer befreundeten vierköpfigen Familie aufhält. Der bisherige Krankheitsverlauf sei nicht auffällig gewesen, schrieb das Blatt. Die Symptome klängen bereits ab. Deshalb befinde sich der Mann auch nicht in einer Klinik, sondern stehe zu Hause unter Quarantäne.
In Deutschland wurde damit bisher bei 24 Menschen die Influenza A/H1N1 bestätigt. Dazu zählen dem Robert-Koch-Institut (RKI) zufolge auch ein junger Norweger sowie ein amerikanisches Kleinkind. Beide waren aus den USA nach Nordrhein-Westfalen gereist. Am Mittwoch waren sie positiv auf die neue Grippe getestet worden.
Nach Angaben des RKI wurden die meisten der Erkrankungsfälle aus Mexiko eingeschleppt. Sechs Übertragungen traten in Deutschland auf. Die meisten Infizierten gibt es bislang mit sieben Fällen in Bayern. In Nordrhein-Westfalen wurden sechs, in Sachsen-Anhalt vier, in Brandenburg und Hessen zwei sowie in Hamburg und Baden-Württemberg jeweils ein Fall gemeldet. Die ersten drei Erkrankungen an der Influenza A/H1N1 waren Ende April bestätigt worden.
Zwei weitere Fälle von Schweinegrippe in Belgien
In Belgien sind zwei weitere Personen an der Schweinegrippe erkrankt. Die Zahl der bestätigten Infektionen stieg damit auf zwölf, wie die Arbeitsgruppe der belgischen Regierung am Samstagabend mitteilte. Bei den beiden neu erkrankten Patienten handelt es sich um zwei Männer, die kürzlich in Costa Rica und New York waren.
Am Samstag wurde ein erster Fall der Schweinegrippe auf Zypern gemeldet. Weltweit haben sich mehr als 13.000 Menschen mit dem neuen Erreger A/H1N1 infiziert, der zuerst in Mexiko und den USA aufgetaucht ist. Mehr als 100 Menschen sind daran gestorben, davon allein 97 in Mexiko.
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