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Proteste gegen Gewalt und Hass
Veranstalter sehen steigende Teilnehmerzahlen bei Ostermärschen

Proteste gegen Gewalt und Hass: Veranstalter sehen steigende Teilnehmerzahlen bei Ostermärschen
FOTO: dpa, mb wst olg ve
Bonn. Mehrere tausend Menschen in ganz Deutschland haben am Osterwochenende an den traditionellen Ostermärschen teilgenommen. Zentrale Themen der Veranstaltungen waren die Angst vor einem neuen Kalten Krieg und Ausländerfeindlichkeit in Deutschland.

Auch in diesem Jahr waren der Konflikt zwischen Russland und der Ukraine sowie die Angst vor einem neuen Kalten Krieg das zentrale Thema der Proteste. Auch deutsche Rüstungsexporte, Kampfdrohnen und Ausländer- und Islamfeindlichkeit fanden in vielen Reden Beachtung.

Bundesweit gab es mehr als 80 Demonstrationszüge, Mahnwachen vor Militärstandorten und Aktionen. Die Veranstalter zogen am Montag in Bonn eine positive Bilanz. Der "Bundesausschuss Friedensratschlag" sprach von mehr als 10.000 Teilnehmern und einer leicht steigenden Beteiligung gegenüber dem Vorjahr.

"Die Ostermärsche haben erneut gezeigt, dass vielen Menschen das Thema Frieden wichtig und dass die Bewegung lebendig und politisch hellwach ist", erklärte Kristian Golla vom Netzwerk Friedenskooperative. Die Zahl der Teilnehmer sei zufriedenstellend. "Auch bei regnerischem Wetter gingen die Menschen auf die Straße um sich gegen militärische und für friedenspolitische Lösungsansätze auszusprechen."

Das Netzwerk Friedenskooperative begrüßte den Durchbruch bei den Atomverhandlungen mit dem Iran. Es handele sich um einen ermutigenden Schritt, der Hoffnung auf eine friedliche Lösung des Streits und das Ende der Sanktionen wecke. "Nach jahrelangen Verhandlungen zeigt sich, dass Diplomatie Lösungen ohne Krieg und Zerstörung herbeiführen kann."

Aktionen gab es etwa vor den Toren des Fliegerhorstes Büchel in Rheinland-Pfalz, wo am Freitag ein ökumenischer Gottesdienst und am Montag ein weiterer Friedensmarsch stattfanden. Der Luftwaffenstützpunkt gilt als einziger Standort in Deutschland, an dem amerikanische Atomwaffen lagern.

Die Ostermarschbewegung hat ihre Wurzeln im Protest gegen das atomare Wettrüsten während des Kalten Krieges. In der alten Bundesrepublik erlebte sie 1968 und 1983 ihre Höhepunkte mit Hunderttausenden von Demonstranten. Mittlerweile sind die Teilnehmerzahlen stark zurückgegangen. In diesem Jahr will die Friedensbewegung zahlreiche Veranstaltungen zum 70. Jahrestag des Endes des Zweiten Weltkriegs sowie zu den Atombombenabwürfen von Hiroshima und Nagasaki durchführen.

(KNA)
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