Nahverkehr in NRW kam zum Erliegen: Verdi hat Streik deutlich ausgeweitet
zuletzt aktualisiert: 04.02.2010 - 21:30Düsseldorf (RPO). Die Gewerkschaften haben ihre Warnstreiks im öffentlichen Dienst am Donnerstag deutlich ausgeweitet: Bundesweit legten etwa 52.000 Angestellte die Arbeit nieder, betroffen waren vor allem der Nahverkehr und erstmals auch der Flugbetrieb, wie die Gewerkschaft Verdi in Berlin mitteilte. Die Schwerpunkte lagen in Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg.
In vielen Städten NRWs kam am Morgen der Nahverkehr zum Erliegen. Besonders in der Region Düsseldorf sowie im Ruhrgebiet ging auf den Straßen zwischenzeitlich nichts mehr. Auch an den Flughäfen kam es zu Verspätungen und Ausfällen.
Druck auf Bsirske aus eigenen Reihen
Bsirske geriet unterdessen aus den eigenen Reihen unter Druck. Nach Recherchen des NDR will Verdi den eigenen Angestellten nur einen Lohnzuschlag von 1,5 Prozent sowie rückwirkend eine Einmalzahlung von 150 Euro gewähren. Die Verdi-Beschäftigten hatten 2003 letztmals eine allgemeine Lohnerhöhung erhalten und fordern nun fünf Prozent höhere Gehälter. Dies entspricht der Forderung von Verdi und anderen Gewerkschaften des öffentlichen Dienstes gegenüber Bund und Kommunen.
NRW Schwerpunkt der Streiks
An den Warnstreiks im öffentlichen Dienst beteiligten sich laut Verdi in NRW rund 42.000 Beschäftigte. Auch in Stadtverwaltungen, Bürgerbüros, Theatern, Schwimmbädern, Kindertagesstätten, Arbeitsagenturen und bei der Müllabfuhr wurde die Arbeit niedergelegt. Mancherorts dauerten die Ausstände wenige Stunden, andernorts den kompletten Tag. "Unsere Erwartungen wurden weit übertroffen", sagte Verdi-Landesleiterin Gabriele Schmidt zur Beteiligung an den Warnstreiks.
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Streiks auch in Baden-Württemberg
Auch in mehreren baden-württembergischen Städten wurde der öffentliche Nahverkehr lahmgelegt. In Stuttgart, Freiburg, Baden-Baden, Karlsruhe, Pforzheim, Konstanz, Esslingen, Heilbronn und Ulm waren die Pendler von dem Ausstand betroffen.
Ein Streikschwerpunkt war die Landeshauptstadt Stuttgart, wo nur die S-Bahn fuhr. Teilweise blieben auch Kindertagesstätten geschlossen oder wurde der Müll nicht abgeholt. Am Mittag zieht ein Protestzug durch die Start.
Die Gewerkschaft will mit den Warnstreiks ihrer Gesamtforderung nach fünf Prozent mehr Lohn und Gehalt für die Beschäftigten beim Bund und den Kommunen Nachdruck verleihen und die Arbeitgeber zur Vorlage eines Angebots zwingen.
Verdi hält an Forderungen fest
Das nächste Gespräch findet am 10. Februar statt. Am Mittwoch waren zum Auftakt der Warnstreiks bundesweit rund 22.000 Beschäftigte in den Ausstand getreten. Am Freitag sollen die Protestaktionen unter anderem in Hessen weitergehen.
Verdi-Chef Frank Bsirske bekräftigte im "Mannheimer Morgen" die Tarifforderung. "In der Krise ist es unabdingbar, die private Nachfrage zu stärken", wird der Gewerkschafter zitiert. Bsirske forderte die Kommunen auf, Front zu machen "gegen die wahnwitzigen Steuerpläne in Berlin". Die Bundesregierung müsse die Kommunen entlasten, dann könnten diese auch die Forderungen der Gewerkschaften erfüllen.
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