Immer mehr Anhänger: Verfassungsschutz warnt vor Salafisten
zuletzt aktualisiert: 10.02.2011 - 14:15Berlin/Kiel (RPO). Die radikal-islamische Strömung des Salafismus gewinnt immer mehr Anhänger. Besonders für junge Leute ohne Orientierung werde die Ideologie immer attraktiver, sagte der Leiter des schleswig-holsteinischen Landesamtes für Verfassungsschutz, Horst Eger, am Donnerstag in Kiel.
"Das Gros derjenigen, die sich auf eine Radikalisierung durch den Salafismus einlassen, irrlichtert durchs Leben", erklärte Eger. Hassbotschaften von Salafisten dürfe man nicht als irrelevante Handlungen verwirrter Jugendlicher abtun. "Es gibt europaweit Erfahrungen mit solchen Personen, die eben nicht nur gesponnen, sondern die Terroranschläge ausgeübt haben", sagte Eger.
Todesdrohung via Internet
Hintergrund der Warnung des Verfassungsschutzes ist eine vor knapp drei Wochen per Internet verbreitete Todesdrohung des 18-jährigen Salafisten Harry M. gegen einen jüdischen Gemeindevorsteher. Der deutsche Konvertit hatte ihn als "dreckigen Juden" bezeichnet und geschrieben: "Pass auf, dass Allah dich nicht schon im Diesseits straft mit dem Tod."
Nach eigener Aussage ist Harry M. durch Prediger beeinflusst, die der Verfassungsschutz dem Salafismus zurechnet. Die Ideologie ist durch ihre wortgetreue Koraninterpretation und ihre Aufteilung in rechtgeleitete Muslime auf der einen und irregeleitete Ungläubige auf der anderen Seite gekennzeichnet.
Laut Verfassungsschutz agieren im Hintergrund der Bewegung Imame, die ihre Botschaften vor allem bei sogenannten Islam-Seminaren und im Internet verbreiten. Sie lehnten Integration und im Extremfall sogar jegliche Kommunikation mit den "Ungläubigen" ab.
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