Falsche Bären im Wald: Verkleidete Aktivisten wollen Bruno schützen
zuletzt aktualisiert: 25.06.2006 - 13:22München (rpo). Seit feststeht, dass Braunbär Bruno zum Abschuss freigegeben ist, laufen Tierschützer Sturm gegen die Entscheidung. Jetzt ist Bruno wieder in Bayern, und Mitglieder einer ansässigen Organisation wollen den Braunbären mit ihrem eigenen Körper schützen. Sie wollen sich mit Bärenkostümen verkleiden und so die Jäger verwirren.
Mit ihrem eigenen Körper wollen Aktivisten der Jugendorganisation Bund Naturschutz in Bayern den Braunbären Bruno vor dem Abschuss durch Jäger schützen. Sie werden mit Bärenkostümen verkleidet durch den Wald schleichen, um die Jäger zu verunsichern, wie der Verband am Sonntag mitteilte. Die Kostüme seien "täuschend realistisch", betonte der Verbandsgeschäftsführer Berndt Orendt am Sonntag in München. Ziel sei es, die Jäger zu verunsichern, ob sie wirklich Bruno im Visier haben oder einen verkleideten Jugendlichen.
Die Naturschutzorganisation forderte Umweltminister Werner Schnappauf (CSU) auf, die Abschussgenehmigung für den Bären zurückzunehmen. Es müsse weiterhin versucht werden, den Bären zu betäuben und einzufangen. Ab Dienstag, wenn die Abschussverfügung in Kraft tritt, wollen die ehrenamtlichen Bärenschützer in den Gegenden, in denen Bruno dann aktuell vermutet wird, tätig werden. Die Aktion sei aber auf bayerisches Gebiet beschränkt.
Die Jugendorganisation Bund Naturschutz hat nach eigenen Angaben 27 000 Mitglieder. Sie sei als Jugendverband des Bundes Naturschutz selbstständig und eigenverantwortlich tätig.
Unterdessen scheint klar, dass Braunbär Bruno wieder den Weg nach Bayern gefunden hat. Er habe am Samstag im Gebiet der Rotwand oberhalb des Spitzingsees auf einer Almwiese ein Schaf gerissen und es gefressen, teilte das Umweltministerium mit. Der Bär habe außerdem den Soinsee durchschwommen. Er sei von drei Mountainbikern und drei Wanderern gesehen worden, die dies den Behörden meldeten.
Die drei Wanderer hätten das Tier zunächst verfolgt. Allerdings habe sich der Bär nach einer Weile umgedreht und die Neugierigen verscheucht. Ministeriumssprecher Roland Eichhorn warnte nachdrücklich davor, die Gefahr durch den Braunbären zu unterschätzen: "Das ist kein putziger Teddybär, sondern ein Respekt einflößendes Raubtier."
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