Bremen: Vermisstes Mädchen in Krankenwagen vergessen
zuletzt aktualisiert: 17.04.2009 - 15:18Bremen (RPO). Ein autistisches Mädchen ist von Fahrern eines Behindertentransporters über Nacht in einem VW-Bus in Bremen vergessen worden. Die Achtjährige, die sich laut Polizei aufgrund ihrer Erkrankung nicht mitteilen kann, saß bei ihrer Entdeckung am Donnerstag früh angeschnallt auf einem Sitz des Busses. Nach ihr war tags zuvor in einer großangelegten Aktion gesucht worden.
Der 32-jährige Fahrer und sein 22-jähriger Beifahrer, Beschäftigte beim Malteser Fahrdienst, räumten nach Angaben der Polizei vom Freitag ein, dass sie das Mädchen vergessen haben. Ob der Fall strafrechtliche Konsequenzen für sie hat, werde geprüft. Das Kind überstand die Nacht aber nach Angaben der Polizei und seiner Mutter unverletzt.
Die Achtjährige war am Mittwoch von der Schule nicht nach Hause zurückgekehrt. Die Polizei startete daraufhin eine Suchaktion, die aber ergebnislos blieb. Die beiden Malteser-Mitarbeiter erklärten dabei zunächst, das Mädchen nach Hause gefahren und vor die Haustür gebracht zu haben. Am Donnerstag entdeckten der Fahrer und ein weiterer Malteser-Mitarbeiter dann das Kind in dem Bus.
Bei Vernehmungen zum Verlauf der Transportfahrt verwickelten sich der 32-jährige Fahrer und der 22 Jahre alte Beifahrer schließlich in Widersprüche und räumten ein, das Kind vergessen zu haben, wie die Polizei berichtete. Der Fahrer habe den Vorfall ausdrücklich bedauert. Die einzige Erklärung sehe er in Routineabläufen während der Transporte. Dadurch sei der schreckliche Fehler passiert.
Nichts gegessen und nichts getrunken
Eine ärztliche Untersuchung ergab, dass dem Mädchen keine Gewalt angetan wurde. Nach Angaben der Mutter hat das Kind die einsame Nacht offenbar gut überstanden, obwohl es nichts gegessen und getrunken hat. Das Kind wirke wie immer, ihm gehe es gut, sagte sie der Nachrichtenagentur AP. Wegen der Aufregungen hätten die Eltern sie aber am Freitag zu Hause behalten.
Das Mädchen habe am Mittwoch erstmals eine Sprachschule besucht und anschließend anders als sonst nach Hause gebracht werden sollen, sagte Polizeisprecher Dirk Siemering. Üblicherweise habe sie wie die anderen drei Kinder in dem Bus einen Hort besucht. Bei diesem Hort hätten die Fahrer die anderen Kinder abgesetzt und das Mädchen dann vergessen. Ob der Hilfsdienst die Kosten für die Suchaktion übernehmen muss, werde zurzeit geprüft.
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