Tatverdächtiger festgenommen: Verschwundene Jenisa offenbar tot
zuletzt aktualisiert: 18.09.2007 - 15:23Hannover (RPO). Die seit mehr als einer Woche vermisste achtjährige Jenisa aus Hannover ist vermutlich tot. Die Polizei nahm am Montag einen 36-jährigen Mann fest, der nach Überzeugung der Sonderkommission etwas mit dem Verschwinden des Mädchens zu tun hat, wie die Polizei am Dienstag mitteilte.
Die Staatsanwaltschaft Hannover erließ Haftbefehl wegen Totschlagverdachts gegen den Mann. Die Ermittler gehen davon aus, dass das Mädchen getötet wurde. Dafür sprächen sowohl das Auffinden von Kleidungsstücken als auch das Ausbleiben eines Lebenszeichens.
Der Tatverdächtige gehört zum familiären Umfeld Jenisas. Er ist der Lebensgefährte einer Tante, die die Achtjährige am Tag ihres Verschwindens, dem 7. September, besuchen wollte. Der Mann war bereits in der vergangenen Woche vernommen worden.
Bei seiner Vernehmung hatte er sich in Widersprüche verwickelt. Auf die Spur des mutmaßlichen Täters führte die Polizei der im nordrhein-westfälischen Minden sichergestellte Wagen des Mannes. In diesem soll das Mädchen mitgefahren sein.
Oberstaatsanwalt Thomas Klinge betonte, man habe den 36-Jährigen schon seit einigen Tagen im Verdacht. Mittlerweile seien "derart viele Indizien zusammengekommen, dass wir einen Haftbefehl beantragen mussten". Es habe Fluchtgefahr bestanden.
Nach Angaben von Kriminaldirektor Rochel gab der 36-Jährige ein Alibi für den Tag von Jenisas Verschwinden an, das sich nicht bestätigte. Zudem sei er an dem Tag mit seinem Fahrzeug im Raum Wunstorf gesehen worden, wo die Polizei später Bekleidung des Mädchens fand. Außerdem habe er über den Verkauf seines Autos unzutreffende Angaben gemacht. Die genauen Umstände und Hintergründe der Tat waren zunächst aber noch unklar.
Auf das Verschwinden des Kindes hatte die Polizei mit einer großangelegten Suche reagiert. Dabei war unter anderem ein Hubschrauber mit Wärmebildkamera eingesetzt worden, der die Umgebung der Autobahnauffahrt Wunstorf-Luthe überprüfte.
An der Auffahrt zur A 2, die von Hannover in Richtung Minden führt, hatte die Polizei drei Tage nach dem Verschwinden Kleidung und Schuhe des Mädchens gefunden. Ein Sonarboot durchsuchte daüberhinaus den angrenzenden Mittellandkanal.
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