Dungkäfer übertrugen Bakterien: Versehen führte zu tödlicher Käse-Verseuchung
zuletzt aktualisiert: 28.02.2010 - 17:07Wien (RPO). Sieben Menschen kamen durch verseuchten Käse aus Österreichs ums Leben. Jetzt stellt sich heraus: Die tödliche Kontamination ist nach Angaben des Herstellers durch einen betriebsinternen Fehler im November 2009 verursacht worden.
Die Schutzkulturen bei der Käseproduktion, gesetzlich erlaubte Konservierungsmittel, seien durch ein Versehen ausgetauscht worden, teilte das Unternehmen Prolactal am Sonntag mit. Der Käse wurde am 23. Januar zurückgerufen. Bei den zurückgerufenen Käsesorten "Reinhardshof, Harzer Käse" und "Reinhardshof, Bauernhandkäse mit Edelschimmel" waren Listeria-Bakterien festgestellt worden.
Als Überträger der Bakterien wurden bei Prolactal Dungkäfer ermittelt. Solche Käfer seien bei ersten Listeriennachweisen im Herbst 2009 auf UV-Insekten-Fallen und auf Klebefolien entdeckt worden. Sie seien offenbar trozt engmaschiger Fliegengitter durch ein geöffnetes Fenster in die Fertigung gelangt, erklärte das Unternehmen. Die Schutzkulturen hätten gegen die Ausbreitung der Bakterien helfen können, allerdings sei dieser Schutz durch das versehentliche Austauschen der Kulturen weggefallen.
Durch den Verzehr von Bakterien-verseuchtem Käse sind in Österreich und Deutschland sieben Menschen gestorben. Wie die österreichische Gesundheitsbehörde in der letzten Woche mitteilte, ist auch der Tod eines 57-Jährigen Ende vergangenen Jahres auf den Verzehr des Käses zurückzuführen, der übermäßig mit Listeria-Bakterien belastet war. Die deutschen Todesopfer hatten den Käse des Herstellers Prolactal beim Discounter Lidl gekauft.
Listerien können viele Krankheiten verursachen, von grippalen Infekten über Durchfall bis zu Blutvergiftung oder Hirnhautentzündung. Besonders gefährlich sind die Mikroorganismen für Schwangere, da sie den Fötus schwer schädigen können, sowie für Menschen, deren Immunsystem ohnehin geschwächt ist.
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