Katastrophe in Ludwigshafen: Verwirrung über angebliche Brandstiftung
zuletzt aktualisiert: 23.02.2008 - 15:36Frankfurt/Main (RPO). Knapp drei Wochen nach der Brandkatastrophe von Ludwigshafen herrscht Verwirrung über die Aussagen von zwei Mädchen zu einer möglichen Brandstiftung. Unklar ist, ob die beiden ihre angeblichen Beobachtungen über eine Brandstiftung zurückgenommen haben oder nicht.
Während der SWR unter Berufung auf Ermittler berichtet hatte, beide hätten ihre Aussage zurückgezogen, sagte der Vater eines der Mädchen dem privaten Sender "Radio Regenbogen": "Die Aussage wurde nicht zurückgezogen." Die Polizei lehnte am Samstag eine Stellungnahme ab und verwies auf ein Treffen mit dem Leiter der Staatsanwaltschaft Frankenthal, Lothar Liebig, am Montag. Die Behörde selbst war zunächst nicht zu erreichen.
Wie das Nachrichtenmagazin "Focus" vorab berichtete, ließen Ermittler Asche und Schutt nochmals von speziellen Spürhunden untersuchen. "Aber kein Hund schlug an", sagte eine Sprecherin des Polizeipräsidiums Rheinpfalz dem Bericht zufolge. Auch hierzu wollte sich die Polizei auf Anfrage nicht äußern.
Dem SWR zufolge hatte sich eines der Mädchen bereits vor einer Woche von seiner ursprünglichen Schilderung distanziert. In dieser Woche habe auch die zweite Zeugin ihre Aussage zurückgezogen. Die acht und neun Jahre alten Mädchen sagten kurz nach der Brandkatastrophe in einem Fernsehinterview, sie hätten kurz vor Ausbruch des Brandes einen Mann beim Zündeln im Haus beobachtet. Dies war der einzige konkrete Hinweis auf eine Brandstiftung.
Bei dem Unglück kamen neun Menschen ums Leben, die Ursache ist weiter unklar. Laut SWR wollen die Brandsachverständigen Mitte kommender Woche ihr Gutachten vorlegen.
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