Tödliches ADHS-Medikament?: Vier Kinder sterben nach Einnahme
zuletzt aktualisiert: 09.12.2008 - 15:08Mainz (RPO). Das für Kinder und Jugendliche mit dem so genannten Zappelphillipp-Syndrom genutzte Medikament Strattera steht offenbar in Zusammenhang mit vier Todesfällen bei Kindern.
Insgesamt seien 234 Verdachtsfälle von zum Teil gefährlichen Nebenwirkungen wie Herzschwächen, Hörstürzen und Suizidgedanken gemeldet worden, berichtet das ZDF-Magazin "Frontal21" unter Berufung auf interne Unterlagen des Bundesinstitutes für Arzneimittel.
Die Todesursachen der vier verstorbenen Kinder seien Suizid, Herzinfarkt und Gehirnschlag gewesen; das jüngste Kind war dem Bericht zufolge vier Jahre alt. Die Sprecherin des Bad Homburger Herstellers Lilly, Ingrid Weber, sagte, dem Unternehmen seien die genannten Zahlen nicht bekannt. Bei klinischen Studien zu Strattera sei kein Zusammenhang festgestellt worden zwischen der Medikation und Todesfällen.
Ein Zusammenhang sei weder zu 100 Prozent auszuschließen noch könne er eindeutig hergestellt werden. Vergleichsstudien mit der Verabreichung von Placebos hätten bei Strattera tatsächlich eine höhere Gefahr suizidaler Verhaltensweisen gezeigt. Es sei aber in keinem Fall zum Suizid gekommen.
Weber widersprach Forderungen des Patientenbeauftragten im Gemeinsamen Bundesausschuss der Ärzte und Krankenkassen, Jörg Schaaber, Strattera vom Markt zu nehmen. "Dafür gibt es keinen Anlass", sagte die Lilly-Sprecherin. Gleichzeitig appellierte sie an Patienten, falls sie durch die Berichterstattung verunsichert seien, sich vor einem Absetzen ihrer Medikamente in jedem Fall mit dem behandelnden Arzt abzusprechen.
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