Region Ulm: Viertes Todesopfer durch Legionellen-Erkrankung
zuletzt aktualisiert: 12.01.2010 - 16:58Ulm/Neu-Ulm (RPO). Die mysteriöse Legionellen-Infektion im Raum Ulm und Neu-Ulm hat ein viertes Todesopfer gefordert. Ein Sprecher des Landratsamts des Alb-Donau-Kreises sagte am Dienstag, es handele sich um eine ältere Frau. Sie war schon länger schwer erkrankt und starb zu Hause. Bislang wurden nach Angaben des Landratsamtes insgesamt 56 Erkrankungen nachgewiesen.
Die Behörden in Baden-Württemberg und Bayern suchen weiter fieberhaft nach der Infektionsquelle. Die bislang verstorbenen Patienten, zwei über 80-Jährige und ein Mann mittleren Alters, hatten nach Angaben des Landratsamtes erhebliche Vorerkrankungen. Legionellen sind wärmeliebende Bakterien, die im Süßwasser vorkommen. In kleinsten Tröpfchen können sie in die Atemwege gelangen und gefährliche Infektionen auslösen, wie die Behörde warnte. Die Übertragung laufe meist über Duschen, schlecht gewartete Klimaanlagen und Kühlsysteme.
Infektion über die Atemwege
Eventuell ist die Abluft einer größeren Klimaanlage oder eines Kühlhauses die Quelle der aktuellen Legionellen-Welle, hieß es. Die Probenentnahmen bei Klimaanlagen oder Anlagen zur Trocknung seien fortgesetzt worden. Im erwärmten Kühlwasser solcher Anlagen können sich Legionellen gut vermehren, berichtete das Landratsamt.
Deshalb haben die Fachleute solche Anlagen in Betrieben oder Einrichtungen im Stadtgebiet von Ulm und Neu-Ulm in das Zentrum der Ursachenermittlung gerückt. Beim größte Teil der inzwischen bekannten Anlagen seien bereits Proben gezogen worden. Mit Ergebnissen werde erst in einigen Tagen gerechnet.
Auch die Luftaufnahmen eines Hubschraubers vom Sonntag werden laut Mitteilung weiterhin ausgewertet. Legionellen können sowohl eine schwere Lungenentzündung, die sogenannte Legionärskrankheit, verursachen als auch das sogenannte Pontiac-Fieber, eine milde verlaufende, grippeähnliche Erkrankung, wie die Behörde weiter mitteilte. Eine Infektion über das Trinkwasser sei sehr unwahrscheinlich. Eine Übertragung der Krankheit von Mensch zu Mensch sei nicht möglich.
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