Fürstin Gloria wird 50: Von der Skandalnudel zur Managerin
VON PETR JERABEK, DDP - zuletzt aktualisiert: 23.02.2010 - 12:12Regensburg (RP). Früher spielte sie die Provokateurin, heute leitet sie erfolgreich ein Familienunternehmen. Für Gloria Fürstin von Thurn und Taxis ist das alles eine Frage des Temperaments. Ihren runden Geburtstag verbringt sie in Kenia. Ihre Tochter schwärmt von ihrer Lebenslust: "Meine Mutter könnte auch eine Seegurke zum Tanzen bringen."
Punk-Prinzessin und konservative Katholikin, knallharte Managerin und Anti-Abtreibungs-Aktivistin, adelige Benimm-Expertin und provokanter Talkshow-Gast: Gloria Fürstin von Thurn und Taxis hat im Laufe ihres Lebens wenig ausgelassen. So sehr sich das öffentliche Auftreten der Fürstin im Laufe der Zeit aber änderte, stets verfolgte sie ihre Ziele ohne Rücksicht auf Konventionen und ohne Furcht vor der öffentlichen Meinung. Heute feiert sie ihren 50. Geburtstag – fern der Regensburger Heimat, in Kenia.
Zu Afrika hat die Fürstin seit ihrer Kindheit eine enge Beziehung, da sie mit ihrer Familie einige Jahre in Somalia lebte. In Kenia besitzt sie ein Haus, überwintert dort regelmäßig viele Monate. Mit Afrika ist auch das berühmteste Zitat der Fürstin verbunden: 2001 löste sie eine Welle der Empörung aus, als sie in einer Talkshow sagte, das Aids-Problem in Afrika sei nicht auf fehlende Verhütung zurückzuführen: "Da sterben die Leute an Aids, weil sie zu viel schnackseln. Der Schwarze schnackselt gern." Die Äußerung brachte ihr den "Preis der beleidigten Zuschauer" ein.
Es waren solche Fernsehauftritte, durch die Gloria von Thurn und Taxis immer wieder für Wirbel sorgte. Waren es in den 80ern vor allem ihre schrille Kleidung und ausgefallene Frisuren, so wurden es später ihre Äußerungen zu Religion, Pille und Abtreibung, Ehe und Aids, mit denen sie polarisierte. Eine unliebsame Überraschung bescherte sie 2004 der CSU, die sie als Wahlfrau zur Kür des Bundespräsidenten nach Berlin schickte, wo Thurn und Taxis ihre Stimme aber der SPD-Kandidatin Gesine Schwan gab.
Dass sie mit den Widersprüchlichkeiten ihrer Person kritisch umgehen kann, bewies die Fürstin 2008, als sie den Aachener "Orden wider den tierischen Ernst" bekam. Selbstironisch nahm sie einige Stationen ihres Lebens aufs Korn – zur Freude der Karnevalisten.
In den Blickpunkt der Öffentlichkeit rückte Gloria 1980 durch die Hochzeit mit dem 34 Jahre älteren Johannes von Thurn und Taxis. Die junge Fürstin bekam drei Kinder (Maria Theresia, Elisabeth und Albert) und führte ein wildes Party- und Jetset-Leben. Nachdem Tod ihres Ehemanns 1990 übernahm die damals 30-Jährige die Leitung des Familienunternehmens, das sie so gründlich sanierte, dass das US-Magazin "Business Week" sie 2002 zur zehntbesten Finanzmanagerin kürte. Ein Titel, den ihr so schnell niemand zugetraut hätte.
Als strenge Katholikin hat sie mit dazu beigetragen, dass 2006 in Regensburg die Marianische Frauen-Congregation, eine papsttreue Gebetsgruppe, wieder ins Leben gerufen wurde. Die Wahl von Benedikt XVI. bezeichnete sie als einen der ergreifendsten Momente ihres Lebens. Vielleicht liegt es auch an ihrem Glauben, dass die Fürstin ihren 50. Geburtstag klein redet. "Älterwerden passiert einfach", sagt sie. Vor allem ändert es nichts an ihrer Lebenslust. Ihre Tochter Elisabeth, Kolumnistin bei der "Bild am Sonntag", bringt es auf den Punkt: "Meine Mutter könnte auch eine Seegurke zum Tanzen bringen."
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