Neue Enthüllungen im Fall Heinze: Von NDR bezahltes Drehbuch an ZDF verkauft
zuletzt aktualisiert: 11.09.2009 - 14:40Hamburg/München (RPO). In der Affäre um die gekündigte NDR-Fernsehspielchefin Doris J. Heinze gibt es neue Enthüllungen. laut einem Medienbericht soll Heinze ein vom NDR bezahltes, aber nie in einen Film umgesetztes Drehbuch unter anderem Titel - aber "mit nahezu identischem Stoff" - an die ZDF-Produktionsfirma Network Movie verkauft haben.
Wie die "Süddeutsche Zeitung" unter Berufung auf Informationen aus dem Sender berichtet, habe NDR-Intendant Lutz Marmor den Verwaltungsrat am Freitagmorgen über den Fall informiert. Als Motiv vermuteten Insider Geldnot, hieß es.
Der NDR hatte Heinze am Mittwoch außerordentlich fristlos gekündigt, nachdem bekannt geworden war, dass sie unter dem Pseudonym Marie Funder Drehbücher verfasst sowie ihrem Ehemann Drehbuchaufträge verschafft hatte, ohne den Sender darüber zu informieren. Auch das Buch "Meine Dienstage mit Antoine", in dem es in dem aktuellen Bericht der "Süddeutschen Zeitung" geht, soll sie unter diesem falschen Namen verfasst haben.
Keine Stellungnahme von Heinze
Heinzes Anwalt Gerd Benoit wollte auf Nachfrage zunächst nichts zu diesen neuen Vorwürfen sagen. Auch wollte er keine Angaben dazu machen, ob seine Mandantin rechtliche Schritte gegen die Kündigung des NDR plant.
In die Aufklärung der Heinze-Affäre ist seit dem vergangenen Freitag auch die Staatsanwaltschaft Hamburg involviert. Die Behörde hatte am 4. September ein förmliches Ermittlungsverfahren wegen Betrugsverdachts eingeleitet. Dabei geht es um zwei von Heinze unter Pseudonym verfasste und vom NDR zu einem "mutmaßlich höheren Preis" erworbene Drehbücher und ein sogenanntes Treatment.
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