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Berlin: Wachdienste sollen Gewalt an Schulen verhindern

zuletzt aktualisiert: 29.06.2007 - 14:58

Berlin (RPO). Lehrer und Schüler im Berliner Stadtteil Neukölln sollen ab dem kommenden Schuljahr von privaten Sicherheitsdiensten vor gewalttätigen Angriffen geschützt werden.

An den Grund-, Haupt- und Realschulen sowie Gymnasien in dem Problembezirk sollen die Wachdienste zum Einsatz kommen, kündigte Bezirksbürgermeister Heinz Buschkowsky (SPD) am Freitag an.

"Der Schritt ist unausweichlich. Wir können den Eltern sonst den Schutz und die Sicherheit ihrer Kinder nicht mehr garantieren." Alleine im vergangenen Schuljahr gab es an den 70 Neuköllner Schulen 26 Fälle von Gewaltdelikten.

Zuletzt war vor zwei Wochen ein Lehrer zusammengeschlagen worden, der einen nicht zur Schule zählenden Schüler vom Schulhof verweisen wollte.

Wie der für die Neuköllner Schulen zuständige Bezirksstadtrat Wolfgang Schimmang (SPD) sagte, hatte sich der Bezirk an alle Schulen mit der Frage gewandt, ob sie Schutz benötigen. Anlass sei die von Externen zunehmend an Schulen verübten "ungeahnten Gewaltausbrüche" gewesen.

Von den 70 Schulen hätten 21 um Schutz durch einen Sicherheitsdienst geben. Darunter seien "zum Glück nur vier" der insgesamt 39 Neuköllner Grundschulen. Dafür meldeten aber fast alle weiterführenden Schulen Bedarf an. Die Polizei habe gesagt, nicht ausreichend Personal für solche Einsätze zu haben, sagte Schimmang.

Die aus Eltern und Lehren bestehenden Schulkonferenzen sollen nun darüber entscheiden, ob tatsächlich Sicherheitsdienste zum Einsatz kommen sollen. Die Wachleute sollen nicht ständig eingesetzt werden, sondern patroullieren.

Über die konkrete Einsätze müsse an jeder Schule individuell entschieden werden. Die Kosten werde der Bezirk Neukölln übernehmen müssen, falls nicht der Berliner Senat dafür einstehe, sagte Schimmang.

Der Berliner Landesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Eberhard Schönberg, nannte den Vorstoß wichtig, um eine notwendige Diskussion anzustoßen.

Der geplante Einsatz privater Sicherheitsdienste anstelle der Polizei zeige, "dass der Staat nur noch eingeschränkt handlungsfähig ist" und sein Gewaltmonopol nicht mehr umfassend durchsetzen könne. Es würden wieder mehr Polizisten benötigt. "Dann können wir auch wieder unsere Kinder schützen."

Quelle: afp

 
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