Tarifstreit im öffentlichen Dienst: Warnstreiks störten Flugverkehr
zuletzt aktualisiert: 09.02.2010 - 17:52München (RPO). Einen Tag vor der dritten Runde der Tarifverhandlungen für den öffentlichen Dienst haben erneut mehrere tausend Menschen gestreikt. Am Münchner Flughafen mussten am Dienstag 37 Flüge gestrichen werden. 350 Beschäftigte in der Flugzeugabfertigung streikten dort von 03.30 Uhr bis 12.00 Uhr, wie die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi mitteilte.
Am Nürnberger Flughafen streikten 20 Feuerwehrleute von 06.00 bis 08.00 Uhr. Es gab laut einem Sprecher leichte Verzögerungen. In Berlin beteiligten sich nach Angaben von Verdi rund 3500 Personen an Streiks und Aktionen. Dort wurden Teile der Stadtreinigung und der Wasserbetriebe bestreikt. Zudem traten Pfleger in Krankenhäusern in den Ausstand.
Von Streiks betroffen war am Dienstag auch der Zugverkehr in Hessen. Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) hatte zu einem Ausstand bei mehreren Bahn-Gesellschaften aufgerufen. Nach Gewerkschaftsangaben fielen bei HLB, Vectus und Hessenbahn von 04.30 bis 08.30 Uhr rund 90 Prozent der Züge aus. Züge der Deutschen Bahn waren nicht betroffen. Dieser Streik hängt laut GDL nicht mit der Tarifauseinandersetzung im öffentlichen Dienst zusammen. Vielmehr geht es um einen Tarifvertrag mit den Lokführern.
Leichte Behinderungen im Berliner Nahverkehr
In Berlin hatten die Gewerkschaften GDL und GKL zum Streik bei den Berliner Verkehrsbetrieben (BVG) aufgerufen. Nach übereinstimmenden Angaben einer Sprecherin der Verkehrsbetriebe und eines Sprechers der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer fuhren aber alle Linien. Bei den Straßenbahnen habe sich die Arbeitsniederlegung überhaupt nicht ausgewirkt, im U-Bahn-Verkehr kam auf zwei Linien der Takt durcheinander, so dass die Züge voller waren als sonst und Verspätungen bis zu zehn Minuten hatten. Nach Angaben der BVG-Sprecherin streikten etwa 100 Mitarbeiter, nach Angaben des GDL-Sprechers zwischen 250 und 300.
Bereits am Montag hatten 26.000 Beschäftigte von Bund und Kommunen die Arbeit niedergelegt. Betroffen waren Busfahrer, Erzieherinnen, Verwaltungsangestellte, Mitarbeiter der Müllabfuhr und von Kliniken. Die Tarifverhandlungen für den öffentlichen Dienst werden am Mittwoch in Potsdam fortgesetzt. Dann soll es laut Verdi keine Streiks geben.
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